Nehmt den scheußlichsten, den ungeheuerlichsten, den düstersten Traum heraus aus den Träumen Eures Traums.
Der Gedanke ist der Dichter, der das hat wahr machen müssen, was ich behaupte.
Ein Traum war mein Lebenslauf hienieden und wer kann die Geheimnisse desselben ergründen? Wer kann die Zukunft erforschen und voraussehen? Ein höchstes Wesen.
Welche Komödie bieten unsere unglücklichen Väter hier auf dieser Erdkugel dar? Die Komödie des Bösen, den Traum des Unglücks, der Krankheit. Welche Komödie stellen wir dar? Die Komödie des Scheußlichen, den widerlichen Traum unserer Schande, unserer Verderbtheit.
Welche Komödie werden unsere Nachkommen darstellen?
Die Komödie des Betruges, der Sophisterei, den gräßlichen Traum der Ungeheuerlichkeit.
Was ist die Geschichte? Eine verderbliche Komödie, die von den Träumen der Sterblichen erzählt, den Träumen, die sie auf dem großen Theater der Erdkugel dargestellt haben.[36]
Ha!!!…
Wir stehen im Jahre 1873 und ich befand mich in der Strafanstalt zu Neapel, als ein tausendköpfiges Ungeheuer tausende von Opfern in einem Augenblick dahinraffte, die Cholera, die furchtbare Cholera. Ja, die Cholera, dieser unheimliche Wanderer, das entsetzliche, tausendköpfige Ungeheuer rafft tausende von Opfern in einem Augenblick dahin.
Neapel, das schöne, lachende Neapel, die Parthenope von einstmals, ist von der Cholera überfallen, und in welcher Weise! Der Tod der herrlichen Gegend, der grausame Tod mit der unerbittlichen Sichel, mähte seine Opfer rasch dahin, keine Spur hinterlassend. Es war Sonntag, wir arbeiteten nicht, wir hatten die heilige Messe und eine lange Predigt des Hanswursts von Pfarrer Herrn Borz…[37] gehört. Wir hatten die Kapelle verlassen, da stürzt ein armer Gefängniswächter, Vater von neun Kindern, gegen die Thür der Kapelle, stößt einen verzweifelten Schrei »Ha!« aus und fällt wie vom Blitz getroffen auf der Schwelle nieder, als ob er ohnmächtig geworden wäre; aus dem Munde quoll ihm ein grünlicher Schleim, sein Gesicht und seine Hände wurden rotblau; er wird ins Krankenhaus gebracht, der Arzt kommt und findet ihn als Leiche, zusammengekrümmt und mit weit geöffneten gläsernen Augen.