»Der Pfarrer fragt Sie, ob Sie beichten wollen in Anbetracht der großen Gefahr, in der Sie schweben.«
»Jetzt habe ich keine Lust zu beichten,« sagte ich empört; »wenn ich wieder gesund bin, dann will ich beichten.«
Ehrwürden machte ein langes Gesicht, ließ den Kopf sinken und ging ab.
Diese Nacht, diese entsetzliche Nacht, in der mein Todesurteil vollzogen werden sollte, fluchte ich unaufhörlich jenem Christus am Kreuze. Meine Genossen suchten mich zu beruhigen, aber vergebens; ich verwünschte mit lauter Stimme die Natur, die Welt und den Himmel; ich fürchtete mich zu schlafen, um vielleicht in den ewigen Schlaf hinüber zu schlummern. Im Fieber verging mir die verhängnisvolle Nacht. Am Morgen sagte der Arzt, nachdem er mich untersucht hatte:
»St. Petrus scheint Ihr Freund zu sein, er hat die Himmelsthür nicht öffnen wollen – oder vielmehr die Pforten der Hölle waren eingerostet, so daß Cerberus sie nicht öffnen konnte. Jetzt werden Sie leben, das schwöre ich bei meinem Seelenheil.«
Die Gefahr war vorüber; Christus, dem ich so glühend geflucht hatte, hatte sich meiner erbarmt und gesprochen:
»Lebe und leide!«
Ich erhielt ein Telegramm von meiner Familie, die Nachricht über mich wünschte. Der Direktor brachte es und er telegraphierte, daß ich genesen sei und demnächst selbst schreiben würde.
Infolge der sorgfältigen Pflege, die mir der treffliche Professor Biondi angedeihen ließ und der warmen Hilfe von seiten meiner Genossen, besserte sich mein Zustand bald, aber ich war taub; ich applizierte mir zwei spanische Fliegen hinter die Ohren, aber sie halfen nichts.
Ich nahm mir vor, wenn ich taub bliebe, die Bestie, den Chirurgen, zu ermorden.