Die alten Otter schwammen so leise, daß Wilhelm sie gar nicht bemerkt haben würde. Aber die Jungen spielten und warfen sich im Wasser umher, so daß bald ihre mit braunem Pelze bedeckten Rücken, bald der weiße Bauch im Lichte der frühen Morgensonne glänzten, und das Wasser um sie her emporspritzte.

Der Fluß war an dieser Stelle sehr breit, und gerade der Weide gegenüber war eine kleine Insel. Wilhelm war so gut im hohen Grase versteckt, daß die Otter ihn nicht bemerkten. Daher kletterten sie nacheinander auf die Insel hinauf. Jeder trug einen Fisch im Maule, den sie anfingen zu fressen. Sie begannen dicht hinter dem Kopfe und ließen nur ein kleines Stückchen vom Schwanze über.

Während sie fraßen, konnte Wilhelm sie genau beobachten. Sie hatten einen langen biegsamen Körper, einen breiten, flachen Kopf, ein kurzes breites Maul und eine ebensolche Nase. Die Füße waren mit Schwimmhäuten versehen wie bei der Ente, aber jeder Fuß hatte noch scharfe Krallen. Die Pelze hatten eine angenehme braune Farbe, aber die langen Haare der alten Otter waren grob und sahen nicht so weich aus wie die der Jungen. Die Schwänze waren dick und stark und ihnen sehr nützlich beim Schwimmen.

Der alte männliche Otter biß wütend auf seinen Fisch ein und warf zuweilen den Jungen kleine Stücke hin, die bald mit ihrem kleinen Fisch fertig waren. Zuletzt war alles aufgefressen außer den Köpfen und Schwänzen. Dann glitt der alte Otter vom Ufer hinab ins Wasser, die anderen folgten ihm, und sie begannen wieder zu fischen.

Es gibt jetzt weniger Fischotter als früher in Deutschland. Aber sie sind doch an vielen Stellen noch zu finden. Wenn man sie bei ihrem Bau beobachten will, so muß man früh am Morgen aufstehen.

Lektion 11.
Blumen für die Ausstellung.

([Achtes Vollbild.])

„Wohin gehst du, Grete?“ fragte Peter, als er sie an einem Sonnabendnachmittag im Juli im Heckengange traf. „Ich suche nach Blumen für die in nächster Woche stattfindende Blumenausstellung“, sagte Grete, „ich will sie noch nicht pflücken, ich will bloß nachsehen, welche Blumen ich finden kann.“

„Darf ich mitgehen?“

„Ja, wenn du den Mund halten kannst. Ich will eine neue Art von Blumenstrauß sammeln, aus Blumen, die im Wasser wachsen.“