Dicht beim Hause findet man sicher Sperlinge, die Abfälle im Hofe aufpicken und Raupen und Spinnen von den Stachelbeerbüschen im Gemüsegarten abfressen. Denn der Sperling ist kein Leckermaul und frißt fast alles: vom Getreidekorn bis zum Fleischstückchen.

Im Gemüsegarten kann man auch den Buchfinken sehen, wie er die Schalen von Samenkörnern mit seinem scharfen, kurzen Schnabel zerbricht. Es ist ihm einerlei, ob er sie sich von Unkräutern holt oder aus den Radieschen- und Kohlrübenbeeten, die wir gesäet haben. Trotzdem nützt er mehr, als er schadet, denn er vernichtet viel Kreuzkraut und Vogelmiere.

Draußen in den Feldern läßt sich die kleine braune Lerche nieder, die hoch oben in der Luft gesungen hat, um in den Furchen nach Samen zu suchen, die der Pflug aufgewühlt hat. In der Nähe der Scheunen sieht man Finken und Goldammern Körner aufpicken.

Alle diese Vögel leben hauptsächlich von Körnernahrung und haben kurze scharfe Schnäbel, mit denen sie die Samenschalen zerquetschen, obgleich sie oft auch Insekten fressen und ihre Jungen mit solchen füttern. Wenn sie uns auch zuweilen an einigen unserer Feldfrüchte Schaden zufügen, so sind sie der Hauptsache nach doch sehr nützlich, da sie das Unkraut nicht aufkommen lassen, denn sie fressen alle Samen, die sie finden.

1. Dompfaff (Körnerfresser). 2. Schwalbe (Insektenfresser). 3. Hänfling. 4. Lerche (Körner- und Insektenfresser).

Rauch-, Turm- und Hausschwalben haben ganz andere Schnäbel. Wenn ihr sie bei ihrem schnellen Fluge durch die Luft beobachtet, so werdet ihr sehen, daß sie die Schnäbel sehr weit öffnen können, um Fliegen und Mücken zu fangen. Sie haben schwache Beine und starke Flügel, denn sie fangen alle Nahrung im Fluge. Achtet darauf, wie nahe sie sich bei trübem Wetter am Boden halten. Dann fliegen die Insekten tief, und die Schwalben folgen ihnen. Aber an einem hellen sonnigen Tage fliegen die Insekten hoch in der Luft und infolgedessen die Schwalben auch.

Jene große Drossel, die auf dem Rasen umherhüpft, ist ganz verschieden von den Schwalben. Sie hat starke Beine und Füße und einen langen, schmalen, rundlichen Schnabel. Sie nährt sich von Würmern und Schnecken im Sommer und von Beeren im Herbst. Sieh sie jetzt an! Sie hat die Füße fest auf den Rasen gestemmt und zieht mit aller Kraft an einem Wurme. Sie wird ihn bald aus der Erde heraus haben und ihn forttragen, um ihre Jungen damit zu füttern.

Viele der kleineren Singvögel nähren sich nur von Insekten. Ihr habt sie sicher gern, es sind so niedliche kleine Dinger. Da ist zuerst die Bachstelze mit ihren schwarz und weißen Flügeln und ihrem langen Schwanze, der auf- und niederwippt, wenn sie im Grase nach Insekten jagt. Nicht weit davon ist ein kleiner Zaunkönig, der auf einem Rosenstrauche umherhüpft und Blattläuse und Raupen abpickt, die so viel Schaden anrichten.

Auf einem Busch in der Nähe sitzt ein kleiner brauner Vogel mit graugesprenkelter Brust. Es ist der gemeine gefleckte oder graue Fliegenschnäpper. Sieh, wie still er sitzt! Dann schießt er plötzlich mit weit geöffnetem Schnabel in die Luft hinaus, schnappt zu und kehrt auf seinen Platz zurück. Er hat eine Fliege gefangen und wartet nun auf eine andere.