Grauer Fliegenschnäpper.

Dann möchte ich, daß ihr einen anderen kleinen Vogel betrachtet, den ich liebe, weil er so hübsch und bunt ist. Es ist eine Blaumeise (siehe [bunte Tafel IV]), ein kleiner Vogel mit hellblauem Kopfe und ebensolchen Flügeln und gelber Brust. Er hängt mit dem Kopfe nach unten an dem Zweige eines Baumes und lauert auf Spinnen. Wenn er eine gefangen hat, fliegt er nach einem anderen Baume, und so erhascht er in kurzer Zeit ein sehr gutes Frühstück. Er ist ein mutiger kleiner Vogel, und im Winter kann man ihn während des Fütterns gut kennen lernen.

Diese Vögel, wie die Drossel, die Bachstelze, der Fliegenschnäpper, der Zaunkönig und die Meise, sind uns sehr nützlich. Sie verzehren Schnecken und Larven, Raupen und Maden. Auch die Nachtigall und die Amsel nützen uns auf diese Weise und auch ein anderer Vogel, von dem ich möchte, daß ihr ihn kennen lernt. Es ist die Hecken-Braunelle, ein kleiner brauner Vogel mit bläulich-grauer Brust, der an den Hecken entlang flattert. Ihr habt ihn sicher schon gesehen. Er fängt ein kleines Insekt, fliegt ein Stückchen weiter und fängt ein zweites, um dann gerade vor euch aufzufliegen, wenn ihr auf dem Wege dahingeht. Ihr dürft ihn nicht mit dem Sperling verwechseln. Er ist ein ganz andersartiger Vogel; die Hecken-Braunelle ist ein Singvogel und singt sehr lieblich.

Wir haben keine Zeit mehr, andere Vögel zu beobachten; aber wir müssen noch die Krähen ansehen, die nach Würmern und Larven auf den gepflügten Feldern Jagd machen, und wenn wir in die Nähe des Waldes kommen, beobachten wir vielleicht eine Waldschnepfe, die unter den Bäumen nach Würmern sucht. Sie fliegt mit einem lauten Schwirren davon, lange ehe wir in ihre Nähe kommen, und da sie dabei ein ängstliches Dack, Dack ausstößt, nehme ich an, daß es das Weibchen ist. Ihr Nest ist sicher nicht weit entfernt.

Bei einem Spaziergange durch den Wald könnt ihr die kleinen Baumläufer sehen, wie sie an den Bäumen hinauf laufen und nach Insekten suchen, und der Specht läßt seine klebrige Zunge hervorschießen und klopft an die Bäume und Äste, während die Holztaube nach Hause fliegt, den Kropf voll von Hafer oder Erbsen zum Futter für ihre Jungen.

Oder wenn ihr einen Spaziergang am Flußufer macht, seht ihr vielleicht den zierlichen Eisvogel herabschießen, um kleine Fische zu fangen, oder der ernste Reiher steht ganz still, bis sein Kopf plötzlich vorwärts schießt, und er einen großen Aal mit seinem Schnabel aus dem Wasser herauszieht.

Viele solche Beobachtungen könnt ihr selbst machen. Das große Geheimnis ist, jeden Vogel, den ihr erblickt, aufmerksam anzusehen und etwas über ihn zu lernen.

Beobachte die harten Schnäbel der Vögel, die Samen fressen — Fink; den krummen Schnabel der Vögel, die Fleisch fressen — Habicht; den weiten Schnabel der Vögel, die Insekten im Fluge fangen — Schwalbe; den langen, schlanken Schnabel der Vögel, die unter dem Boden nach Nahrung suchen — Waldschnepfe.

Lektion 9.
Herbstwanderungen.