Vogelfüße.

1. Raubvogel (Adler). 2. Schwimmfuß (Gans). 3. Scharrfuß (Fasan). 4. Kletterfuß (Specht). 5. und 6. Sitzfuß (Drossel und Lerche).

Wenn man an der Küste wohnt, so kennt man die Möwen, die oft weit an den Flüssen hinauf fliegen. Die Möwen folgen den Flußläufen bis tief ins Binnenland hinein. So finden wir sie z. B. sehr häufig an den Hafenanlagen Hamburgs, wo sie selbst in der inneren Stadt an den Kanälen und Bassins der Alster, eines kleinen Nebenflusses der Elbe, nicht fehlen. Es gewährt einen lieblichen Anblick, wenn sie immer rundherum fliegen und auf das Futter warten, das ihnen die Leute zuweilen zuwerfen.

Einige von euch haben vielleicht auch schon Kormorane (siehe [S. 33]) gesehen, große schwarze Vögel, die schwerfällig über die See hinfliegen, mit weit vorgestreckten langen Hälsen und schmalen Flügeln. Sie lassen sich dann auf dem Wasser nieder und tauchen plötzlich mit dem Kopfe voran unter; gleich darauf kommen sie mit einem Fisch im Schnabel herauf, den zu verschlingen sie oft längere Zeit gebrauchen.

Wohnt man auf dem Lande in der Nähe eines großen Sees oder eines Teiches, so kann man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit einen sonderbaren kleinen Schwimmvogel beobachten, den kleinen Steißfuß oder Zwergtaucher. Dies ist ein brauner Vogel mit schmalem Kopfe und dünnem Halse, der im Schilfe an den Ufern eines Teiches umherplätschert oder ruhig dahinschwimmt. Dann und wann taucht er nieder, um Wasserschnecken, Fische oder Wasserpflanzen heraufzuholen. Man muß sehr behutsam sein, wenn man in seine Nähe kommen will, denn er taucht beim geringsten Geräusch unter und kommt an einer weit entfernten Stelle, wo man ihn nicht mehr sehen kann, wieder herauf.

Hat man aber diese mit Schwimmfüßen versehenen Vögel noch nicht gesehen, nicht einmal eine wilde Ente, so kennt doch jedes Kind die zahme Ente, die auf unseren Bauernhöfen gezüchtet wird. Unsere Enten wurden vor langer langer Zeit aus wilden Enten gezähmt und sind ihnen sehr ähnlich. Wir wollen sehen, was wir über sie lernen können.

Seht sie einmal an, wie sie über den Hof watschelt. Ihre Füße haben zwischen den drei Vorderzehen eine Haut, die diese miteinander verbindet. Das heißt, sie ist mit Schwimmfüßen versehen. Nun achtet darauf, daß, wenn sie den Fuß aufhebt, die Haut sich wie ein Fächer zusammenfaltet, und daß sich dieselbe wieder ausbreitet, wenn sie den Fuß niedersetzt. Wenn sie den Teich erreicht, gleitet sie ins Wasser und beginnt zu paddeln, indem sie die Füße abwechselnd benutzt, gerade wie wir beim Gehen. In klarem Wasser kann man sehen, daß die Haut sich wie beim Gehen zusammenfaltet, wenn sie den Fuß vorwärts streckt, daß sie sich öffnet, wenn sie ihn zurückstößt und gegen das Wasser schlägt. Die Haut öffnet sich also und bildet eine Art Ruder, mit dem sie sich vorwärts treibt.

Die Beine stehen weit hinten am Körper, so daß sie diese benutzen kann, um sich schnell hin und her zu drehen. Sie kann Kopf und Körper tief in das Wasser tauchen, um nach Wasserschnecken und Kaulquappen zu suchen, so daß fast nur der Schwanz noch heraussieht, während sie gleichzeitig weiterpaddelt.

Dann achte darauf, wie leicht ihr Körper ist. Er schwimmt ganz auf dem Wasser. Dies kommt teils daher, daß eine Schicht von leichtem Fett unter ihrer Haut liegt, und teils davon, daß sie eine dichte Daunendecke unter den Federn trägt. Darin fängt sich sehr viel Luft, und diese macht sie leicht.