Möwen mit Jungen.

IV. 8.

Wißt ihr auch, weshalb ihre Federn im Wasser nicht naß und zerzaust werden? Der Grund ist sehr sonderbar. Ihre äußeren Federn sind mit einem Fett versehen, das sie aus einer kleinen Drüse in der Nähe des Schwanzes nimmt. Seht sie an, wenn sie aus dem Wasser kommt. Sie drückt den Schnabel gegen den Schwanz und zieht dann die Federn durch den Schnabel. Wenn sie dieselben in dieser Weise eingefettet hat, so sind sie wasserdicht und halten die Nässe von ihrem Körper ab.

a Kopf des Erpels. b Schnabel mit den Hornzähnchen am Rande.

Dann beobachtet sie beim Fressen. Sie watschelt gierig schlingend durch den Schmutz und wirft oft den Kopf in die Höhe, um größere Bissen, die sie gefunden hat, hinunterzuschlucken. Ihr Schnabel ist breit und flach. Der Oberschnabel endet in einer nach unten gebogenen Hornspitze, und weiter nach oben ist er mit einer weichen, nervenreichen Haut versehen. Damit fühlt die Ente, was sich an genießbaren Dingen im Schlamme und Schmutze findet. Die Ränder des Schnabels sind hornig und scharf und sowohl oben als unten mit dünnen Hornzähnchen besetzt. Wenn die Ente den Schnabel schließt, so passen diese Zähnchen ineinander und bilden eine Art Sieb. Mit dem scharfen Schnabel schneidet sie die Wasserpflanzen ab und tötet sie die Schnecken. Mit dem Sieb sondert sie den Schlamm von der Nahrung in ihrem Schnabel und stößt das Wasser mit der dicken Zunge hinaus. Gänse, Schwäne und alle wilden Enten haben Füße und Schnäbel wie die unserer zahmen Ente.

Wilde Enten findet man in Seen und Flüssen. Der männliche Vogel heißt Enterich oder Erpel und ist ein sehr schöner Vogel. Kopf und Hals sind dunkel glänzend grün. Er trägt ein weißes Band um den Hals, und die Brust ist kastanienbraun gefärbt. Flügel und Rücken sind teilweise braun, teilweise grün. Die vier mittleren Federn seines Schwanzes sind glänzend schwarz und nach oben gebogen. Die anderen sind grau mit weißer Einfassung. Wenn der wilde Erpel sich im Juni mausert, wirft er dies schöne Gefieder ab und legt bis zum August ein braun-graues Kleid an wie das der weiblichen Ente. Dann fängt er wieder an, sich zu mausern und ist im Oktober bunt wie im Frühjahr.

Kormorane und Möwen haben andere Schnäbel als die Enten; denn sie suchen nicht im Schlamm nach Nahrung. Ihre Schnäbel sind scharf und kräftig, zum Fischfange eingerichtet, und ihre Flügel sind lang. Der kleine Steißfuß dagegen hat kurze Flügel, da er hauptsächlich auf dem Wasser schwimmt. Sein Schnabel ist nicht sehr lang und an der Spitze nicht bezahnt. Die Füße sind ziemlich groß, aber die Schwimmhaut kleiner als bei den Enten.

Es gibt noch eine Menge anderer Schwimmvögel. Versuche, noch einige aufzufinden.