Kiefern und Fichten gedeihen auch in sehr magerem Boden und ihre Samen keimen sehr leicht. Wenn ihr einen Kiefernwald oder einen Wald, in dem Kiefern und Fichten gemischt stehen, in der Nähe habt, so versucht eine junge Keimpflanze zu finden. Sie ist sehr eigenartig, denn sie schießt in einem langen dünnen Stämmchen auf und trägt die Samenschale mit sich empor. Fällt diese ab, so sieht man fünf oder sechs lange Keimblätter darunter und in ihrer Mitte eine Knospe mit den wirklichen Kiefern- oder Fichtenblättern.

Es gibt noch einen anderen Baum, den ihr gut kennt, und der auch nadelförmige Blätter hat. Diese wachsen alle um den Stamm herum, zwei zusammen in jeder Scheide, aber sie stehen in Reihen an den beiden Seiten des Zweiges wie die Federstrahlen an dem Schaft der Feder. Dies ist die Eibe, die man so oft in Parks und Gärten findet. Sie trägt keine Zapfen. Ihre nackten Samen sitzen einzeln in einer roten, saftigen Beere. Die Staubgefäßblüten wachsen nicht auf demselben Baume wie die roten Beeren, aber wenn ihr sorgfältig sucht, werdet ihr sie auf einem anderen Baume finden.

Suche einen Kiefern- und einen Fichtenzweig. Vergleiche die Zapfen der beiden Bäume. Versuche den Zweig einer Zeder, den Zweig einer Lärche mit Zapfen, eine Kiefern- oder Fichtenkeimpflanze, den Zweig einer Eibe mit Staubgefäßblüten im April und einen anderen mit den roten Beeren und den nackten Samen im Herbst zu finden.

Lektion 9.
Hecken-Sträucher und -Bäume.

Als Umzäunung von Dorfgärten oder als Einfassung der Wege in Parkanlagen finden wir überall in Deutschland Hecken. Am meisten aber sind Hecken im Bereiche des ehemaligen Herzogtums Holstein angelegt, wo sie auch zur Einfassung und Abgrenzung der Felder und Wiesen dienen. So unansehnlich diese Hecken auch auf den ersten Blick erscheinen mögen, sie haben doch alle ihre besonderen Schönheiten, und muntere Vögel haben sich in allen angesiedelt, da sie im dichten Gezweig Schutz für sich und ihre Nester haben.

Laßt uns zuerst die Gartenhecken betrachten! Habt ihr jemals daran gedacht, daß diese aus jungen Bäumen hergestellt sind, die immer wieder geschoren werden, so daß nur Zweige und Blätter verbleiben, die nicht zu großen Stämmen heranwachsen können? Eine Buchsbaumhecke besteht aus scharf beschnittenen Buchsbäumen, die in unseren Gärten sehr niedrig bleiben. In England sind die Stechpalmenhecken sehr beliebt, deren stachelige Blätter das Vieh verhindern, hindurchzubrechen. Wenn man einzelne der Stechpalmen in einer solchen Hecke wachsen läßt, so werden sie oft dreißig Fuß hoch.

Die Weißdornhecke besteht aus dem Hage- oder Weißdorn, den wir oft auf Rasenplätzen als stattlichen Baum finden. Die Buchenhecke ist aus wohl beschnittenen Buchen gezogen, und die verwelkten Blätter bleiben im Winter an ihr hängen wie an jungen Buchen. Aus den Eiben, die nur selten noch in Deutschland wild wachsen, kann man gleichfalls schöne Hecken herstellen, aber man muß sich hüten, sie da zu pflanzen, wo Pferde und Rindvieh in der Nähe sind, denn in einem harten Winter fressen die Tiere oft die giftigen Blätter und sterben.

1. Vogelbeere, Blüte (links) und Frucht (rechts unten). 2. Pfaffenhütlein (Spindelbaum), Blüte rechts, Frucht links.

V. 6.