In der Nähe des Ginsters steht vielleicht ein Fliederbusch, und ihr könnt beobachten, wie hübsch die beiden Farben, gelb und lila, zusammenpassen. Man kann aus den beiden Sträuchern einen sehr hübschen Strauß binden. Aber ein solcher wird noch viel schöner, wenn man einen Goldregen mit seinen langen goldigen Blütentrauben hinzunehmen kann. Der Goldregen hat viel Honig in seinen Blüten, und wenn die Bienen erst einmal ihren Weg zu ihm gefunden haben, bleiben sie oft lange Zeit in jeder Blüte stecken. Du kannst viele von ihnen auf einem Baume sehen. Goldregenschoten sehen kleinen Erbsenschoten sehr ähnlich, aber hütet euch, die Samen in ihnen zu essen, denn sie sind sehr giftig.
Hierauf wird der Rhododendron seine schönen purpurroten Blüten über den glänzend grünen Blättern öffnen. Der Rhododendron stammt aus Nordamerika. Aber der Holunder, der dort in der Ecke steht und seinen freundlichen Schatten über eine Bank wirft, ist ein echter deutscher Strauch, der fast verdient, ein Baum genannt zu werden. Er blüht im Juni; aber er ist einer der ersten, der sich im Frühling mit Blättern bedeckt. Obgleich nicht groß, hat er doch einen dicken Stamm, und seine Rinde ist rauh und korkartig.
Wenn man sich Knallbüchsen machen will, muß man junge Zweige nehmen, denn in den alten ist das Mark durch die äußeren Holzringe auf einen geringen Raum zusammengedrückt. Die Blätter des Holunders sind gegenständig, und jedes Blatt ist in fünf bis sieben einzelne Teilblättchen zerschnitten mit einem an der Spitze. Die kleine weiße Blüte wächst in breiten, flachen Dolden, die als Frucht im Herbste die süßen schwarzen Holunderbeeren hinterlassen.
Wenn ihr keinen Holunder im Garten habt, so findet sich dafür vielleicht ein Schneeballstrauch (siehe [bunte Tafel VII]). Dies ist eine Gartenspielart des wilden Schneeballs. Seine Blüten sind keine flachen Dolden wie bei letzterem, sondern wachsen mehr in Form eines Balles. Sie haben keine Staubgefäße und keinen Fruchtboden und erzeugen keinen Samen. Die Blätter färben sich im Herbste purpurrot und sehen dann sehr hübsch aus.
Nach dem Schneeball blüht auch die Waldrebe, deren wilde Art unscheinbare gelbgrüne, innen weißgefärbte Blüten besitzt. In unseren Gärten und an den Portalen vieler Häuser werden Waldrebenarten gezüchtet, die aus Südeuropa stammen und sich von unserer heimischen Waldrebe durch große blaue oder weiße prächtige Blüten unterscheiden. Die Waldrebe ist eine Kletterpflanze wie das Geißblatt und der wilde Wein, neben denen sie zuweilen auch zur Bekleidung von Lauben und Veranden benutzt wird.
Suche Blüten und Blätter der erwähnten Sträucher!
Lektion 11.
Esche und Ulme.
Nächst der Eiche sind die beiden nützlichsten, hartes Holz liefernden Bäume die Esche und Ulme. Sie blühen sehr früh im Jahre, ehe sie sich mit Blättern bedecken.
Rote Blüten der japanischen Quitte (Pyrus japonica). Weiße Blüten des Schneeballes (Viburnum opulus).