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Lektion 10.
Feldblumen und Gartenblumen.
Nun wißt ihr, wie wilde Pflanzen wachsen, wie die Insekten helfen, sie zu befruchten, und wie sie sich gegen Feinde verteidigen, die ihre Blätter fressen oder ihren Honig stehlen möchten.
Wir wollen nun die Pflanzen in unseren Gärten betrachten und untersuchen, in wie weit sie den wilden auf dem Felde ähnlich sind. Alle Gartenpflanzen wachsen irgendwo wild. Wir haben sie in unsere Gärten gesetzt und ihre Blüten größer und farbenprächtiger gemacht. Einige davon wachsen noch wild in Deutschland, andere sind aus fremden Ländern gekommen.
Das Vergißmeinnicht am Gartenrande ist im großen und ganzen dasselbe, das wir draußen auf den Feldern finden. Das Schneeglöckchen wächst wild in manchen Teilen Deutschlands. Das hübsche blaue Immergrün mit den dunklen glänzenden Blättern ist sehr verbreitet. Das Tausendschönchen in unseren Blumengärten entstammt dem Gänseblümchen, das überall bei uns wächst. Das Geißblatt ist ebenso schön in den Hecken wie an dem Gitterwerk der Gartenpforte.
Aber die große purpurfarbige Waldrebe (Clematis) und die schönen, gelben und weißen Wucherblumen (Chrysanthemum), welche in so manchen Gärten blühen, stammen von auswärts. Die lieblichen gelben und violetten Stiefmütterchen, die den ganzen Sommer hindurch blühen, scheinen auf den ersten Blick zu großartig, als daß sie von wilden abstammen könnten. Aber man kann überall wilde pflücken, und wenn man die Blüte des Gartenstiefmütterchens ansieht, so wird man auf dem Fruchtknoten den sonderbaren Vogelkopf sehen, den wir beim Veilchen fanden. (Abbildung S. 41.)
Sicher habt ihr die gelbbraunen Primeln in eurem Garten. Anfangs glaubt man, daß nichts Ähnliches auf den Fluren zu finden ist. Aber wenn man eine Schlüsselblume pflückt und sie mit der Gartenprimel vergleicht, so wird man sehen, daß alle ihre Teile gleich sind. Denn die Gartenprimel war einst auch wild, und die Gärtner haben sie gedüngt und den besten Samen ausgesucht, bis sie ihre schönen Farben bekommen hat. Der Grund, weshalb Gartenblumen oft größer und schöner sind als wilde, ist der, daß die Pflanzen nicht so viele Mühe bei ihrer Ernährung nötig haben und nicht so viele Samen zu erzeugen brauchen. Der Gärtner setzt sie in guten Boden, pflegt sie und wählt die Samen der besten Blumen aus, um sie im nächsten Jahre zu säen.
Wildes und Garten-Stiefmütterchen.