Manchmal tragen die Ameisen kleine weiße Klümpchen aus dem Hügel heraus. Gretes Vater, der Wildhüter, gibt diese seinen Vögeln zu fressen. Er nennt sie Ameiseneier. Aber Paul sagt, daß es keine Eier seien. Es sind junge Ameisen, die in seidigen Beuteln eingeschlossen sind, die „Kokons“ heißen.
Hügel der Waldameise.
Wirkliche Ameiseneier sind viel kleiner. Wenn die kleine Ameise aus dem Ei auskriecht, ist sie blind und hat keine Beine. Sie heißt dann Larve. Die für ihre Nahrung sorgenden Ameisen füttern sie mit Honig. Später zieht die Larve einen seidigen Faden aus dem Munde und spinnt sich darin ein.
Wenn der Kokon fertig ist, können ihre Ernährerinnen die Larve nicht mehr füttern. Aber sie sorgen für sie, tragen sie tagsüber in den Sonnenschein und abends ins Innere des Hügels. Im Innern des Beutels bildet sich die Larve zu einer wirklichen Ameise mit Augen und Beinen um. Dann helfen ihr erwachsene Ameisen aus dem Gefängnis heraus, und sie beginnt zu arbeiten.
a. Weibliche Ameise. b. Männliche Ameise. c. Arbeiterin.
Stark vergrößert. Die Linien daneben geben die natürliche Größe an.
Eines Tages stach Paul mit seinem Stock ein Loch in den Ameisenhaufen. Wir sahen in einer Höhlung unter den Blättern eine Menge weißer Kokons. Die Ameisen waren sehr zornig. Einige bissen uns, andere nahmen die Kokons in ihre Kiefern und liefen fort, aus Furcht, daß wir ihre Kleinen verletzen könnten.
Als wir am Abend zum Hügel zurückkamen, hatten die Ameisen ihn ausgebessert. Jedes Loch war geschlossen, und alle Kokons waren im Innern in Sicherheit gebracht.
An einem Sommertage sahen wir eine Anzahl von geflügelten Ameisen über den Ameisenhaufen fliegen. Paul sagt, daß dies die männlichen und weiblichen Ameisen sind. Die Ungeflügelten sind Arbeiter, die für die Nahrung aller sorgen.