»Du, ein Delaware?« rief er, außer sich vor Freude; »und wenn ich hundert schwarze Panther für Dich geben müßte, so solltest Du ein Delaware werden! Dein Herz ist groß, ja es ist größer für Freundschaft, als das meinige, ich will Dir aber ein eben so guter Freund sein, als Du es dem schwarzen Panther bist. Ja, Knabe, Du sollst Delaware, Du sollst mein Freund werden, und ich gebe den schwarzen Panther für Dich auf.«
»Du mußt ihm nicht allein seine Freiheit geben, er muß als Delaware unter Deinem Schutze bei den Meinigen bleiben, damit sie und ihr Eigenthum gegen jede Feindseligkeit anderer Indianer sicher gestellt werden. Willigst Du hierin ein, so ziehe ich mit Dir, und will Dir ein treuer Freund sein,« sagte Carl mit freudestrahlendem Blick; denn nun hoffte er nicht allein, seinen Freund Daniel zu retten, er hoffte auch, für immer alle Gefahren von seinen Lieben abzuwenden.
»Ich gehe es ein, der schwarze Panther ist frei, er bleibt als Delaware bei den Deinigen, und wer ihren Frieden stört, dessen Herz sollen die Delawaren den Wölfen hinwerfen. Du ziehst mit mir, Carl, Du sollst auf meinem Lager schlafen, sollst mit mir essen, mit mir jagen und kämpfen und die Delawaren werden Dich lieben und ihren letzten Scalp für Dich hingeben, wenn Du in Gefahr kommen solltest.«
Hiemit reichte der Häuptling Carl die Hand und dieser schlug ein.
»Wird Dein Onkel Dich aber mit mir gehen lassen?« fragte der Indianer nun bedenklich, »ich darf Dich nicht rauben.«
»Ich gehe aus eignem Willen mit Dir, freilich muß es heimlich geschehen. Ich sage es meinem Onkel schriftlich, daß ich freiwillig mit Dir gezogen bin, und lasse den Brief in meinem Zimmer zurück. In dieser Nacht, wenn Alles im Fort schläft, schleiche ich mich davon und komme zu Dir; noch ehe der Tag graut, müssen wir weit von hier fort sein. Halte Alles zum schnellen Aufbruch bereit, nach Mitternacht bin ich bei Dir.«
Mit dem beseligenden Gedanken, durch sein Handeln die Seinigen für immer vor allen Gefahren zu schützen und seinen Freund Daniel dem Tode zu entreißen, verließ Carl den Häuptling und kehrte leichtern Herzens in das Fort zurück.
»Du bringst frohe Kunde, Carl, ich lese es auf Deinen Zügen,« sagte Turner, als er den Knaben am Thor empfing und, von Hoffnung bewegt, dessen Hand ergriff.
»Der Häuptling ist friedlicher gestimmt, er will morgen noch einmal mit Dir reden,« entgegnete Carl entschlossen, sein Vorhaben, welches er für das Wohl seiner Lieben ausführen wollte, nicht auf seinen Zügen zu verrathen.
»Gottlob!« sagte Turner, »nun wird sich doch noch Alles zum Guten wenden; Carl, Du bist und bleibst unser Schutzengel.«