Leopard schied nach einer langen Unterredung mit dem Häuptling der Comantschen im freundlichsten Vernehmen von demselben, bat ihn schließlich noch, allen Indianerstämmen, mit welchen er zusammentreffen möchte, die Mittheilung wegen des schwarzen Panthers zu überliefern, und zog dann noch einige Meilen weiter am Flusse hinauf, um dort zu übernachten. Am folgenden Tage langten die Delawaren bei dem Handelshause der Regierung an, und schlugen in nicht großer Entfernung von demselben an dem Flusse, an dessen Ufer jenes gelegen war, ihr Lager auf.
Es war Abend geworden und Leopard sandte einen seiner Krieger an den Vorstand der Niederlassung, um denselben von seiner Ankunft zu unterrichten und ihm wissen zu lassen, daß er wünsche, am nächsten Morgen mit ihm zu handeln. Der Bote kam bald zurück, und brachte die Antwort, daß es dem Director der Handlung sehr erfreulich sein werde, die Delawaren bei sich zu sehen und sie bedienen zu können.
Mit dem anbrechenden Tage wurden nun alle Vorräthe, welche sie mit sich führten, bereit gemacht, und nach dem Frühstück beluden deren Eigenthümer ihre Pferde damit, um sie nach dem Handelshause zu schaffen.
Leopard und Carl geleiteten sie auf dem Wege, und nur die Weiber blieben im Lager zurück. Das sogenannte Handelshaus bestand aus einer Menge hölzerner Gebäude, welche in einem Viereck erbaut und mit einer hohen Pallisadenwand umgeben waren. Der Eingang führte in einen, gleichfalls von Blockhäusern eingeschlossenen Vorhof, durch welchen man dann erst in den innern Raum des eigentlichen Forts gelangte, und vor welchem Durchgang zwei kleine Kanonen aufgepflanzt waren, um denselben im Fall eines feindlichen Angriffs durch die Indianer damit zu vertheidigen. Der Vorhof war nun stets der Ort, wo die Wilden mit den Beamten der Niederlassung zusammenkamen, um ihre Händel abzuschließen, und wohin die Waaren gebracht und ihnen vorgelegt wurden.
Der Director des Geschäfts empfing Leopard und seine Begleiter mit großer Freundlichkeit, und sagte ihnen, daß sie zu einem sehr günstigen Augenblicke gekommen seien, da er vor wenigen Tagen bedeutende Zusendungen von Waaren erhalten habe, und sie aufs Beste bedienen könne.
Die Indianer übergaben nun einzeln ihre Vorräthe dem Geschäftsführer, und dieser bestimmte in Gemeinschaft mit Leopard für die Waare eines jeden Mannes den Preis, zu welchem die Handlung dieselbe übernehmen wollte, und von welchem ein gewisser Theil dem Häuptling zukam. Dann nannten die einzelnen Leute die Gegenstände, welche sie zu kaufen wünschten, und welche nun aus dem Fort in den Vorhof gebracht wurden. Dieselben bestanden in grobem feuerrothen Tuch, welches die Delawaren benutzten, um ihre Hüften damit zu umbinden, in bunten Baumwollenzeugen, seidenen Tüchern, Spiegeln, Perlen, Pfeifen, Waffen aller Art, Pulver und Blei, und Taback. Die Wahlen waren bald getroffen, und Carl wunderte sich dabei über die unerhört hohen Preise, welche seinen Freunden berechnet wurden. Nachdem die Leute sämmtlich befriedigt waren, erstand nun auch Leopard für den ihm zugefallenen Antheil an dem Erlös aus den Vorräthen der Indianer eine Menge Waaren, womit das Geschäft beendigt wurde. Der Director machte dann dem Häuptling noch verschiedene Geschenke, und bedauerte, daß die Delawaren keine geräucherte Büffelzungen mitgebracht hätten, wofür er augenblicklich einen sehr hohen Preis bewilligen könne; denn dieselben wären in den östlichen Staaten sehr gesucht.
Der Häuptling zeigte sich erfreut über diese Mittheilung und entgegnete dem Director, er wolle sofort eine Jagd nach Büffeln unternehmen, die, wenn sie glückte, ihn in den Stand setzen würde, einige hundert Büffelzungen binnen Kurzem hierherzubringen. Der Händler munterte ihn noch mehr zu dieser Jagd auf und sagte, er würde ihm für die Zungen noch viel schönere Waaren vorlegen.
Leopard nahm nun Abschied von ihm, die Leute schafften ihre Einkäufe in das Lager, und schon nach wenigen Stunden waren die Delawaren unterwegs nach Westen.
Leopard theilte seinem jungen Freunde mit, daß er nur einen Ort kenne, wo er die beabsichtigte große Jagd auf Büffel ausführen könne; es frage sich nur, ob er zahlreiche Heerden dieser Thiere dort antreffen werde. Wäre dies der Fall, so wolle er sie mit seinen Kriegern einer tiefen Schlucht zutreiben, in welche sie hinunter stürzen und sich zu Hunderten tödten würden.
Carl war sehr gespannt auf diese neue Art von Jagd, und der Häuptling mußte ihm viel über solche, früher schon gehaltene erzählen.