»Also wirklich!« entgegnete Turner, freudig überrascht. »Ich hatte meine großen Zweifel, ob es Euch gelingen würde, seiner habhaft zu werden. Kommt herein, auch die Andern werden sich freuen.«
Carl hatte dem Neger die Haut abgenommen und trug sie stolz in das Zimmer, wo er sie auf dem Boden ausbreitete.
»Das ist ja ein ungeheures Fell, es ist über sechs Fuß lang,« sagte Turner, indem er erstaunt die Haut betrachtete.
»Und wie prächtig ist es gezeichnet, und wie glänzend und glatt ist das Haar,« fiel Madame Turner ein.
»Er holt uns keine Kälber wieder,« sagte Carl und erzählte nun den Hergang der Jagd.
»Das war ja aber eine große Gefahr, der Du ausgesetzt warst, Carl; wie leicht hätte Dich das Thier verletzen können. Du mußt Dich wahrhaftig mehr in Acht nehmen, Du bist zu dreist,« fiel Madame Turner mit liebevollem Tone ein und strich dem Knaben die wild um seinen Kopf hängenden weichen Locken zurück.
»Dreist ist schon gut, nur muß die nöthige Vorsicht und Ueberlegung damit gepaart werden,« versetzte Turner; »hättest Du Dich vorsichtig auf den Baum gehoben, so hättest Du unbemerkt dem Jaguar wohl Deinen zweiten Schuß anbringen können, und Du wärest nicht in dem Stamme versunken.«
»Aber, lieber Onkel, wer konnte denn denken, daß der Baum inwendig aus lauter Pulver bestand,« entgegnete Carl, und zeigte nun die Krallen, die er dem Thiere abgeschnitten hatte. Dann mußte Pluto herbeitreten und seine Wunden in Augenschein nehmen lassen, wofür er von Madame Turner mit einem Ueberreste von einer Hirschkeule belohnt wurde.
»Aber, Carl, wie siehst Du denn aus – Dein Rock hängt ja in Fetzen um Dich,« sagte Julie, als dieser dem Lichte näher trat; »hat ihn Dir der Jaguar zerrissen?«
»O nein, der ist so nahe nicht an mich gekommen; die Dornen haben es gethan, als wir in der Dunkelheit durch den Wald gingen,« entgegnete Carl, indem er vor den Spiegel trat und die vielen Oeffnungen in seinem Rocke betrachtete, durch welche das weiße Hemd hervor schien.