»Es ist das Thier, Mutter, welches so riecht,« riefen die Knaben, nach der Thür springend, um dort frischen Athem zu schöpfen.

»So schafft es mir aus dem Hause, es ist ja fürchterlich, abscheulich, rein um ohnmächtig zu werden!« rief Madame Turner ganz außer sich, indem sie gleichfalls, so wie auch Julie zur Thür hinaus flüchtete. Pluto folgte ihnen mit einem sehr betrübten Gesichte, denn er wurde elend und mußte sich übergeben.

»Das ist ja doch rein zu arg, Ihr Jungen, mir einen solchen Geruch in das Haus zu bringen; gleich holt das abscheuliche Thier heraus,« sagte Madame Turner sehr aufgebracht; doch die Knaben wollten nicht wieder in das Zimmer gehen, weil sie sich schon sehr unwohl fühlten. Madame Turner lief jetzt in das Thürmchen, an dessen Außenseite sich der Garten befand, und rief durch eine Schießscharte ihrem Gatten zu, daß er in das Fort kommen möge. Mit der größten Verwunderung hörte er bei seinem Eintritt, was sich zugetragen hatte, und ging lachend mit den Worten nach dem Hause:

»Ihr seid wohl Alle närrisch geworden!« doch kaum trat er in die Thür, als er selbst vor der Luft, die ihm entgegenkam, zurückprallte. Dann sprang er aber schnell in das Zimmer, ergriff die Feuerzange, faßte damit das schreckliche Thier und schleifte es heraus und aus dem Fort nach dem Ufer, wo er es in den Fluß hinabschleuderte.

»Nein, so Etwas ist mir denn doch auch im Leben noch nicht vorgekommen,« sagte er, als er in das Fort zurückkehrte; »wie bekommen wir nur den Geruch wieder aus dem Zimmer?«

Er ergriff darauf einen Spaten, eilte in das Haus und stach die Erde von dem Fleck, wo das Thier gelegen hatte, denn das Zimmer war noch nicht mit einem Fußboden versehen. Nachdem er dieselbe in den Fluß geworfen hatte, nahm er einige Feuerbrände aus dem Kamin, legte sie in der Mitte der Stube auf die Erde und trug faules Holz darauf, so daß der Raum bald dicht mit Rauch angefüllt war.

Die Thür und Fenster wurden geschlossen, und als man sie nach Verlauf von einer Stunde wieder öffnete und den Rauch hinausziehen ließ, hatte sich auch der Geruch, den das Thier hinterlassen hatte, sehr gemildert.

Während dieser Zeit ritten die beiden Jäger lustig durch die bunten Blumenfelder der Prairie und näherten sich einer großen Büffelheerde, welche in einer Vertiefung weidete. Dort war das Gras außerordentlich hoch, so daß die riesigen Thiere kaum mit dem Rücken aus demselben hervorsahen, und ihre Köpfe tief in ihm vergraben waren. Daniel hatte sie aber schon auf eine weite Entfernung erkannt, und wählte sie vorzugsweise zur Jagd, weil er hoffte, sich ihnen unbemerkt nahen zu können und dadurch den Pferden die Anstrengung zu ersparen, sie in vollem Laufe einholen zu müssen. Andere Heerden, die links und rechts weideten, gewahrten die Reiter frühzeitig und flohen in eiligem Galopp davon.

»Wenn ein recht feister Bulle dabei ist, so wird er bald hinter der Heerde zurückbleiben, da ihm das gewaltige Laufen den Athem nimmt, und dann will ich Ihnen einmal zeigen, wie man einen Büffel ohne Schußwaffe tödten kann,« sagte Daniel zu seinem jungen Freunde.

»Beugen Sie sich auf den Hals Ihres Pferdes nieder, damit wir, ohne gesehen zu werden, so nahe wie möglich an die Heerde gelangen; wir ersparen dadurch unseren Rossen große Anstrengung.«