Toni (immer in derselben Stellung. Wieder mit einem Lächeln): Ach, wenn man so den Tag über arbeitet, weisst Du ... wenn man sonst gesund ist und immer tüchtig arbeiten kann: da denkt man an nichts! ... Da hat man keine Zeit, an was zu denken! ... Und Du — Du weisst so viel! Du kannst so viel nützen ...

Wendt (düster): Ich? Nützen?

Toni: Ach ja!

Wendt: Nützen! ... Ja früher! Wenn ich noch wie früher wär’! ... Aber jetzt?! Jetzt?! ...

Toni: Ach, das ist ja nur so für den Augenblick! ... Du kannst glauben: das ist nur so für den Augenblick! ... Wenn Du erst dort bist ... Das ist so ein schöner, schöner Beruf, Pastor!

Wendt: Ich glaube an alles das nicht, womit ich die Leute — trösten soll, liebe Toni! Und ich kann nicht — lügen!

Toni (lehnt den Kopf an seine Schulter. Zu ihm auf): Aber wenn nun ... Wenn Du mich nun ... Hättest Du dann gelogen?

Wendt: Wie meinst Du?

Toni: Ich meine: Wenn Du mich — geheirathet hättest und Du wärst dann Pastor gewesen, dann hättest Du doch ebenso gut den Leuten was vorgelogen, wenn Du überhaupt an das alles nicht glaubst? ... Du sagtest doch gestern — ich weiss nicht mehr, wie Du’s ausdrücktest! ... Aber — ... Ja! — Wir hätten dann, was mit dem Leben versöhnte! — So ungefähr! — Es war so schön! ...

Wendt: Mädchen! — Mädchen! —