In strömendem Regen.

Auch der Mesmerismus oder tierische Magnetismus spielt eine wichtige Rolle in ihren Zaubertänzen, bei denen sie außerordentliche Verrenkungen ausführen und seltsame Stellungen annehmen und wobei der Körper des Tänzers schließlich in einen Zustand der Starrsucht gebracht wird, in dem er lange Zeit verbleibt.

Die Mönche legen bei ihrem Eintritt in die Lamaserei das Gelübde der Ehelosigkeit ab; sie halten aber diesen Eid nicht immer.

»Ich bin nur ein Abgesandter.«

Alle größeren Lamasereien unterhalten einen oder mehrere Lamabildhauer, die den ganzen Distrikt bereisen und an die unzugänglichsten Stellen gehen, um in Felsen, Steine oder Hornstücke die ständige Inschrift »Om mani padme hum« einzuschneiden, die man überall im Lande sieht. Nach vielen Schwierigkeiten gelang es mir, zwei von diesen sehr schweren Inschriftsteinen ungesehen fortzubringen; sie sind noch in meinem Besitz.

Zeltaltar.

Unheimliche und malerische Orte, wie die höchsten Punkte auf Bergpässen, gigantische Felsblöcke, Felsen in der Nähe von Flußquellen oder irgendein Platz, wo eine Manimauer existiert, sind die Stellen, die gewöhnlich von diesen Künstlern gewählt werden, um die magische Formel einzugraben, die auf die Wiederfleischwerdung des Bekehrers von Tibet, Avalokiteschwaras, aus einer Lotosblume gedeutet wird.

Auch die berühmten Gebeträder, jene mechanischen Geräte, durch die die Tibeter vermittelst Wasser-, Wind- und Handkraft zu ihrem Gotte beten, werden von Lamakünstlern angefertigt.