Die Soldaten, die der höflichen, freundschaftlichen Unterhaltung zwischen dem Rupun und mir als einem zwischen Sieger und Gefangenen nicht gewöhnlichen Brauch mit offenem Munde zugehört hatten, folgten dem Beispiel ihres Befehlshabers und verwandelten ihre mürrische, grobe Art in ein ganz freundliches, ehrerbietiges Betragen. Sie legten mir ein Kissen unter und bemühten sich, es mir so behaglich zu machen, als sie es unter den Umständen konnten.
Gegen Abend wurde der Rupun vor den Pombo gerufen und die Wache durch neue Mannschaften abgelöst. Dies bedeutete eine Veränderung zum Schlimmern. Die Soldaten benahmen sich außerordentlich grob und zogen mich von dem erhöhten Sitze, den ich am Ehrenplatze des Zeltes eingenommen hatte, fort, um mich heftig auf einen Haufen Dung niederzustoßen, den sie als Brennmaterial verwendeten.
»Das ist der richtige Platz für Plenkis!« schrie einer der Männer, »nicht der an der besten Stelle des Zeltes!«
Grausames Spiel.
Dann fielen sie ungestüm über mich her, banden mir, trotzdem ich gar keinen Widerstand leistete, die Füße wieder zusammen und knüpften mir noch einen Strick um die Knie. Die Enden dieser Stricke ließen sie hängen und übergaben jedes der Enden einem Soldaten.
In der Streckfolter.
In einem tibetischen Zelte ist keine Stelle reinlich, aber der Platz, an dem ich die Nacht über bleiben sollte, war der allerschmutzigste. So fest gebunden, daß die Stricke tief ins Fleisch einschnitten, konnte ich an Schlafen nicht denken; aber zehnmal schlimmer als dies war der ekelhafte Umstand, daß ich bald mit dem Ungeziefer bedeckt war, von dem das Zelt wimmelte. Von dieser Stunde an bis an das Ende meiner Gefangenschaft, fünfundzwanzig Tage lang, habe ich unsägliche Qualen von dieser Plage erdulden müssen.