Höhlendorf Dagmar.

Unglücklicherweise hatte aber der Pombo, wie später Lamas dem britischen Peschkar Charak Sing erzählten, während der Nacht eine Vision gehabt, in der ihm ein Geist sagte, daß, wenn er uns nicht töte, er und sein Land von einem großen Unglück betroffen werden würden.

Soldat ein Schaf durch Ersticken tötend.

»Du kannst den Plenki töten«, soll der Geist gesagt haben, »und niemand wird dich strafen, wenn du es tust. Die Plenkis fürchten sich, gegen die Tibeter zu kämpfen.«

Der Unglücksprophet.

Da unter den Lamas kein wichtiger Schritt ohne Beschwörungen getan wird, so befahl der Pombo einem Lama, eine Locke meines Haares abzuschneiden, was er mit einem sehr stumpfen Messer tat. Mit ihr in der Hand ritt der Pombo zum Lamakloster hinauf, um das Orakel zu befragen. Die Locke wurde zur Untersuchung abgegeben, und es scheint, als habe das Orakel nach gewissen Beschwörungen geantwortet, ich müsse enthauptet werden oder das Land würde in große Gefahr geraten.

Scheinbar enttäuscht ritt der Pombo zurück und befahl jetzt, einen meiner Fußnägel abzuschneiden; nach dieser Operation wurde das Orakel wieder gefragt, was zu tun sei, und leider gab es dieselbe Antwort.

Der hohe Gerichtshof der versammelten Lamas hält gewöhnlich drei solcher Beratungen ab; beim drittenmal bringen die Tibeter, um die Entscheidung des Orakels zu erlangen, ein Stück von einem Fingernagel mit. Der Lama, der im Begriff stand, mir dieses Stück abzuschneiden, untersuchte meine nach hinten gebundenen Hände, und als er meine Finger ausspreizte, äußerte er große Überraschung und Erstaunen. Im nächsten Augenblick kamen alle Lamas und Soldaten herangelaufen, um meine gefesselten Hände zu untersuchen: eine Wiederholung dessen, was ich in dem Kloster von Tucker erlebt hatte. Auch der Pombo kam, als er davon benachrichtigt wurde, unverzüglich herbei und betrachtete meine Finger; das Gerichtsverfahren wurde sofort eingestellt.