Beide haben sich in verhältnismäßig kurzer Zeit mit der Schokasprache völlig vertraut gemacht und können sich in ihr ebenso fließend unterhalten wie im Englischen. Diese Tatsache allein schon macht sie bei den Eingeborenen sehr beliebt.
Die beiden Damen waren so liebenswürdig, mich zu Tisch einzuladen.
»Es ist Sonntag«, sagte Miß Sheldon, »und wir werden alle unsere Christen zum Essen bei uns haben. Sie werden gewiß nichts dagegen haben?«
Ich versicherte, daß mir nichts interessanter sein könnte.
Pünktlich zur festgesetzten Stunde erschien ich und fand den Boden der Veranda des Bungalow mit hübschen, reinlichen Matten bedeckt, auf die wir uns nach einheimischer Art mit untergeschlagenen Beinen setzten. Wir drei Europäer erhielten Messer und Gabeln, während sämtliche Eingeborenen mit den Fingern aßen, die sie mit großer Geschicklichkeit gebrauchen.
Unter den Bekehrten waren einige Hindus, einige Schokas, mehrere Humlis und eine tibetische Frau; alle zusammen waren es etwa zwanzig. Sie aßen tüchtig und sprachen nur, wenn sie angeredet wurden.
»Ich bin zweifelhaft, ob ich jemals in meinem Leben mit so vielen guten Christen zusammen gegessen habe«, sagte ich zu Miß Sheldon. »Es ist entzückend!«
»Sie würden sehr gern etwas von Ihren Reiseerlebnissen hören, wenn Sie die Güte haben wollten, ihnen etwas davon zu erzählen, d. h. wenn Sie nicht zu müde sind und Lust dazu haben.«
Ich erzählte einige meiner Abenteuer in dem Lande der Ainus, wobei Miß Brown den Dolmetscher machte. Selten habe ich so aufmerksame Zuhörer gehabt. Als die Geschichte zu Ende war, grüßten sie mich mit feierlichem Salaam, und ein alter Gurkhaveteran, einer der Bekehrten, ergriff meine Hand und schüttelte sie warm.
»Sie müssen das nicht übel nehmen; Sie sehen, wir behandeln unsere Christen ganz wie unsersgleichen«, unterbrach Miß Sheldon ihn rasch. Angloinder lassen sich nämlich sehr selten herab, den Eingeborenen die Hand zu geben.