Als der Jong Pen von Taklakot von der Absicht meines Besuches Kunde erhielt, sandte er Drohungen, daß er das Land eines jeden konfiszieren würde, der in meinen Dienst träte; daneben ließ er auch mir und jedem, der mit mir ergriffen werden würde, Peitschenhiebe und Enthauptung androhen. Ich persönlich legte diesen Einschüchterungen nicht viel Gewicht bei.

Eines Tages zog ich den Kalender zu Rate – eine Beschäftigung, die man in diesen Gegenden nur sehr unregelmäßig besorgt –; dabei entdeckte ich, daß wir den 1. Juni hatten, und es fiel mir ein, daß der nächste Tag mein Geburtstag sein würde. Festmähler waren in diesen Regionen selten, und ich sah voraus, daß sie in der nächsten Zukunft noch seltener sein würden. Deshalb kam mir der Gedanke, daß ich wenigstens einen Tag dieser ermüdenden Wartezeit nicht besser hinbringen könnte, als indem ich mich selbst mit einem großen Schmaus traktierte.

Tschanden Sing wurde durch das ganze Dorf geschickt, um alle Bunyas (Kaufleute) des Ortes in mein Zelt zu berufen. Reis, Mehl, 8 Pfund Butter (Ghi), eine große Quantität Zucker, Pfeffer, Salz und ein fettes Schaf wurden gekauft. Das letztere wurde von dem treuen Tschanden Sing, der wirklich ein Allerweltskerl war, geschlachtet, abgezogen und in vorgeschriebener Weise zurechtgemacht.

Leider bin ich ein wenig sorgsamer Haus- oder vielmehr Zelthalter und so übertrug ich meinen Tschaprassis das Geschäft, die Vorräte aufzubewahren. Zu diesem Zweck erschien der Raum unter der landesüblichen Bettstelle vorzüglich geeignet, da er groß genug war, die verschiedenen Gefäße mit dem in Stücke zerlegten Schafe, sowie Reis, Mehl, Butter usw. aufzunehmen.

Während dies getan wurde, arbeitete ich eifrig an meiner Schreiberei, und da mich dieselbe immer mehr interessierte, blieb ich bis zu früher Morgenstunde dabei, wurde schließlich müde und legte mich, in meine Decke eingewickelt, zum Schlafen nieder, neben mir einen Haufen von Steinen, den der vorsichtige Tschanden Sing aufgeschichtet hatte.

»Sahib, es gibt hier herum viele hungrige Hunde. Wenn sie kommen, so sind hier einige Wurfgeschosse für sie bereit«, hatte er warnend gesagt und wies dabei auf jene Munition hin.

»All right. Gute Nacht!«

Die Weisheit dieser Einrichtung zeigte sich bald; denn ich hatte noch nicht lange geschlafen, als ich durch das Geräusch schmatzender Lippen geweckt wurde, das allem Anschein nach von mehr als einem Maule kam und begleitet war von einer zitternden Bewegung des ausgespannten Segeltuchbettes, auf dem ich lag.

Schnell aufspringend, geriet ich in ein Gewimmel unwillkommener Gäste. Ehe ich mir noch klar darüber war, was geschehen, hatten die Bestien schon das Weite gesucht, die letzten Bissen meiner Leckereien in ihren Schnauzen forttragend.

Die mir zur Verfügung stehende Munition war bald verbraucht – eine ungenügende Rache trotz des Geheuls eines Hundes, den ich im Dunkeln zufällig getroffen hatte. Ich zündete ein Streichholz an und fand die großen Messingschalen geleert, Reis und Mehl durch das ganze Zelt verstreut und das Schaf tatsächlich verschwunden.