»Sahib, hum ›certificates‹ ne hai! Herr, ich habe keine Zeugnisse.«
»Gut, dann will ich dich anstellen.«
Ich hatte mir den Burschen vorher gut angesehen. Seine Gesichtszüge zeigten viel mehr Charakter und Kraft, als ich in dem Gesicht irgendeines andern Ortsbewohners wahrgenommen hatte. Sein Anzug war eigentümlich. Er trug einen weißen Turban; unter einer kurzen Samtweste schaute ein grelles Flanellhemd mit gelben und schwarzen Streifen hervor, das er seltsamerweise über seinen Pyjamas, den weiten indischen Hosen, trug statt in ihnen. Schuhe hatte er nicht an, aber in der rechten Hand trug er einen alten Cricketpfahl, mit dem er, so oft ich das Zimmer verließ oder betrat, jedesmal präsentierte. Ich entschied mich sofort, es mit ihm zu versuchen.
Da es ungefähr 9 Uhr morgens war und ich noch viele Leute zu besuchen hatte, übergab ich Tschanden Sing – dies war sein Name – ein Paar Schuhe und etwas Wichse.
»Sorge dafür, daß ich sie rein finde, wenn ich wiederkomme!«
»Atscha, Sahib. Gut, Herr.«
»Bürsten findest du in meinem Zimmer.«
»Bahut atscha, Sahib. Sehr gut, Herr.«
Ich ging fort. Bei meiner Rückkehr um 6 Uhr abends fand ich Tschanden Sing noch immer beschäftigt, meine Fußbekleidung mit aller Macht zu wichsen. Er war den ganzen Tag dabei gewesen und hatte meine besten Haar- und Kleiderbürsten dazu benutzt!