Mach’ unterwegs auch Bekanntschaften fein,
Des Abends kehr’ selig bei dir wieder ein
Und schlaf in den Himmel, den offnen, hinein!“
Die wenigen Freunde, mit denen er öfter zusammentraf — unter ihnen vor allem die Maler Moritz v. Schwind und Schleich —, liebten ihn um seines goldnen Humors und seiner reichen Güte willen. Am 23. September 1885 vollendete sich dieses Leben voll Harmonie. Für die Kunst bedeutete sein Tod einen herben Verlust. Und wenn ihr einmal das Porträt dieses freundlichen Künstlers sehen solltet, dann grüßt ihn im Geiste voll Dankbarkeit und Liebe. Er hat’s verdient! Seine goldklare Kunst wird gerade für euch, die Jugend, immerdar ein Brunnen bleiben, aus dem ihr schöpfen dürft, um eure Seelen zu erquicken.
Fränze Eleonore Röcken.
Angelus
Von Jean François Millet
Geboren 24. Oktober 1814 in Gruchy bei Cherbourg, gestorben 20. Januar 1875 in Barbizon (Departement Seine-et-Marne). — Musée du Louvre in Paris
Am Eingang des Waldes von Fontainebleau unweit Paris liegen Felsblöcke zu einem Naturdenkmal getürmt. Beim Herantreten sieht man, daß dies wahrhaft ein Denkmal ist; denn einer der Blöcke trägt auf einer Bronzeplatte die Köpfe zweier Freunde. Und einer dieser Männer ist der Maler Jean François Millet. Mit gutem Recht hat man ihm hier auf dem Lande ein Naturdenkmal gesetzt; aus der Natur, ihrem Leben, ihren Menschen sog dieser Maler seine Kräfte. Hier, im Dörflein Barbizon, lebte er, nachdem er ein Meister geworden war. Da konnte man ihn herumstreifen sehen auf der weiten Ebene von Chailly, die immer wieder auf seinen Bildern auftaucht. Da ging und stand er mit dem Gang und Gehabe eines Bauern, mit Knotenstock und Holzschuhen, die Fischermütze oder den breitkrempigen Strohhut auf dem Patriarchenhaupt mit dem wallenden Bart.