„Ich komme gleich wieder!“ rief ich und eilte zur Thür hinaus. Im Laufschritt durcheilte ich die Wegstrecke bis zum Herrenhaus, athemlos kam ich dort an. Es gelang mir, einen Diener aufzufinden und ihn durch ein gutes Trinkgeld meinem Wunsche geneigt zu machen.
Eine Viertelstunde später standen er und ich wieder vor der Hütte, beladen mit Holz, warmen Decken, Kleidern und Nahrungsmitteln aller Art.
Bald verbreitete ein lustig flackerndes Feuer behagliche Wärme in dem öden Gemach, eine Schüssel dampfender Suppe stand bereit und — aber was soll ich noch weiter sagen? So gut als es möglich war, wurde für den Augenblick geholfen, aber das frohe Gefühl, das aus diesem Grunde mich erfüllte, wich einer unaussprechlichen Bitterkeit, als ich auf dem Rückwege zum Schlosse an dem — Pferdestalle vorbeikam, aus dessen geöffneten Thüren ein Strom elektrischen Lichtes hervorquoll.
Bis in’s tiefste Herz erfüllt von dem Eindrucke des soeben Erlebten, beachtete ich es wenig, als mir bei meiner Rückkehr ein Diener meldete, daß ich bereits den größten Theil des Soupers versäumt habe. Am liebsten würde ich mein Mahl jetzt allein verzehrt haben, aber das ging doch nicht an, und so begab ich mich zunächst auf mein Zimmer, um ein wenig Toilette zu machen. Kaum war ich dort eingetreten, als ein Läutewerk an dem in einer Ecke angebrachten Fernsprechapparat mir zu verstehen gab, daß mich Jemand zu sprechen wünsche. Ich trat an’s Telephon. Es war Elly’s Vater, dessen Stimme mich von Berlin aus anrief: „Komm so schnell als möglich zurück; ich habe sehr Wichtiges mit Dir zu besprechen. Schluß!“ Das war Alles. Ich wollte fragen, was das zu bedeuten habe, aber ich erhielt keine Antwort mehr. Eine heftige Unruhe begann sich meiner zu bemächtigen. Was konnte geschehen sein. War vielleicht Elly erkrankt oder verunglückt?
Ich schellte dem Diener.
„Wann kommt der nächste Zug nach Berlin in die Station?“
„In einer guten Stunde, gnädiger Herr.“
„Dann bitte ich, mir sogleich einen Schlitten einspannen zu lassen. Ich muß unverzüglich abreisen!“
„Aber das Souper, gnädiger Herr!“
„Ich werde in Berlin soupiren. Nur geschwind, bitte ich, damit ich den Zug nicht versäume.“