Der Diener verbeugte sich schweigend und verschwand.
In einigen Minuten war ich zur Abreise gerüstet und begab mich in den Speisesalon, um mich von der Gesellschaft zu verabschieden.
Als ich die Thüre öffnete, bot sich mir ein Anblick dar, der mir das Blut in die Schläfen jagte.
Das Souper war beendet. Auf Sesseln und Divans dehnten sich, halb berauscht, die Theilnehmer an diesem Mahle, jeder ein Weib umschlungen haltend, von denen Einzelne noch mit einem kurzen Hemdchen bekleidet, Andere aber vollständig nackt waren.
Ekel und Empörung kämpften in mir angesichts der schamlosen Scenen, deren Augenzeuge ich sein mußte. Die Nischen an den Wänden des Gemaches erfüllten jetzt ihren Zweck.
M. hatte mich erblickt, er war schon vollständig berauscht.
„Zum Teufel, wo treibst Du Dich herum?“ lallte er, „nun mußt Du nehmen, was übrig bleibt, geschieht Dir ganz recht, dummer Kerl!“
Und mit rohem Griffe dem auf seinem Schooße sitzenden Mädchen die letzte Hülle abreißend, umschlang er in wilder Gier den nackten, zitternden Körper. „Da, komm’ her, darfst meine Kleine auch einmal küssen!“ —
Ich hatte genug gesehen.
Einige Minuten später sauste mein Schlitten durch die schweigende Winternacht der Station zu.