Bängliche Wochen folgten im Warten auf den Karlstadter „Krach“ als
Konferenz des Berichtes vom Kompagniekommandanten. Viel später als nach
S. drang auch in das einsame Dorf in der verschneiten Lika die Kunde,
daß der gefürchtete Oberst K. nach Wien befördert worden sei.

Jetzt konnte Vid von aller Sorge befreit aufatmen. Denn wiewohl nur ein ehemaliger Kutscher und eigentlich unmöglicher Pope, wußte Vid doch, daß in der Regimentskanzlei alte Geschichten nicht ausgegraben wurden, neuernannte Regimentskommandanten alte Sachen nicht aufstocherten. Und daß der Hauptmann von S. ihm nicht wehtun würde, das hatte Vid im — Gefühl.

Mit diesem „Gefühl“ behielt er recht bis an sein Ende.

Waldkultur

Da sich die Militärbehörde an der damals türkischen (bosnischen) Grenze um — alles zu kümmern hatte, der Militärdiktatur im Grenzbezirk alles unterstand, so wurde dort auch das — Forstwesen „besorgt“. Und zwar für die Verhältnisse jener weit zurückliegenden Zeit gar nicht übel und ziemlich stramm. Freilich nicht gerade „forstlich“ im technischen Sinne.

Irgendwo war eine große Eichenwaldung abgestockt worden. Lange Zeit hindurch war nach dem Kahlhieb nichts geschehen.

Zur Aufforstung fehlte es der Forstbehörde an Arbeitern zum
Eichelnsetzen und an Geld zur Bezahlung der Setzarbeit. In solcher Not
wandte sich die Bezirksforstbehörde an das Kommando des im betreffenden
Bezirk Rationierten Grenzregimentes mit der Bitte, das Setzen der
Eicheln von den Grenzsoldaten ausführen zu lassen.

Diese Bitte kam dem Kommandanten des Grenzregimentes um so gelegener, als der Oberst wegen der Beschäftigung der Truppen sich in einiger Verlegenheit befand. Es gab nämlich seit etlichen Monaten nichts zu kämpfen gegen die Türken, überhaupt nichts zu tun in militärischem Sinne. Beschäftigung der Grenzsoldaten war also erwünscht. Von forsttechnischer Arbeit hatte der Regimentskommandant selbstverständlich nicht die geringste Ahnung, hingegen die Überzeugung, daß der einfache Befehl zur Durchführung der Eichelsetzarbeit mit Soldaten vollauf genüge.

Im Dienstwege wurde das Forstamt von der Genehmigung des Ansuchens verständigt.

Daraufhin stellte das Forstamt einen Techniker behufs Anordnung und
Überwachung der Setzarbeiten zur Verfügung und sandte den Beamten an den
Stabssitz des Regimentes.