Stundenlang währte diese stramm militärische Setzarbeit, bis der ganze
Eichelvorrat in den Boden gesteckt war….

Und diese Arbeit wiederholte sich bis zur völligen Durchführung der befohlenen Aufgabe, der „Eichenanpflanzung“ auf einer riesengroßen Fläche.

Worauf der Hauptmann sich beim Regimentskommandanten gehorsamst meldete.

Hinterdrein kam der Forsttechniker, um nachzufragen.

Zu ändern war nichts mehr. Und verhältnismäßig war die Sache gar nicht schlecht gemacht….

Jahrzehnte verflossen.

In den „Erinnerungen“ eines alten kroatischen Forstbeamten, die mir zur Einsichtnahme gegeben wurden, heißt es. „Herrlich anzusehen waren die militärisch herangezogenen Eichenjungwälder. Leider wurden sie ein Opfer jener aufrührerischen Bosniaken, die vor Beginn der Okkupation Bosniens nach Kroatien verbracht worden waren. Die aus ihrer Heimat abgeschobenen Bosniaken hatten ihre Ziegen mitgenommen, die in diese Eichenjungwälder getrieben wurden, als sich das junge Laub zeigte. Es war von den Behörden streng verboten, mit Beil oder Hacke diese Eichenjungwälder zu betreten. Den Eintrieb von gefräßigen Ziegen zu verbieten, hatte man — vergessen. Irgendeines Werkzeuges bedurfte der Bosniak nicht; er wußte sich gut zu helfen, indem er jeweils ein Eichenstämmchen so lange mit den Händen niedergebogen hielt, bis die Ziegen alles Laub abgefressen hatten. Dann ließ der Mann das Stämmchen in die Höhe schnellen. Und das nächste Eichenstämmchen wurde ebenso des Laubes beraubt. Ganze Jungbestände wurden auf diese Weise kahl gefressen! Das ärarische Forstpersonal war außerstande, diesen Waldfrevel zu verhindern. Wenn die Ziegen der Bosniaken sich in Bauernwaldungen ‚verirrten‘, machten die Kroaten keine Umstände: die Bosniaken wurden so fürchterlich verhauen, daß sie fürder Bauerngehölze respektierten und ihr Interesse wieder den ärarischen Waldungen widmeten.“

Sicher ist das Geschilderte ein fesselndes Kulturbild einer militärischen — Waldkultur in vergangener Zeit!

Kroatische Glanzkohlen.

Alte Herren schmunzeln heute noch, wenn von den kroatischen Glanzkohlen aus der Grube Očura bei Lepoglava in den Varazdiner Bergen gesprochen wird; denn mit diesen Glanzkohlen war im Jahre 1875 ein glänzend gelungener Scherz verbunden, mit dem der Bergverwalter jener Kohlengrube köstlich „hineingelegt“ wurde, und wozu, drollig genug, der zeitlebens für Bergbau lebhaft interessierte König Leopold II. von Belgien seinen Namen leihen mußte.