„Weil der Župnik den Hagel nicht rechtzeitig nach Osekovo hinausdirigiert hat!“

„O weh! Dann ist's heuer mit der — Tempestasdotation nichts!“

„Stimmt! — Keine Sorge, Herr Forstkommissär! Ihr Ränzel wird deshalb doch mit Proviant gefüllt!“

So war es auch. Reichlich versorgt trat Günter seinen Marsch an. Und an einer vereinbarten Stelle, weit vom Dorfe entfernt, traf er mit dem dorthin bestellten Waldhüter zusammen, so daß der mühereiche Dienst begonnen werden konnte. Tagsüber Arbeit für Kopf und Füße, Nächtigung in einer Rindenhütte. Wie wohl tat da die Atzung als Spende des Waldpfarrers, der des Hagelschlages wegen bei seinen erbitterten Bauern in — Ungnade gefallen war!

Schmunzeln mußte der Beamte, so er der bäuerlichen — Rachetat gedachte: die Agrikel rissen die Stränge ab, weil die Glocken „unter Führung des Župniks“ den — Hagel nicht verjagt hatten….

Der Dienst führte den Kommissär Günter auch in das — „griechische
Waldmeer“. So wurde ein Forst in der Ausdehnung von über 30000 Joch
(rund 12900 ha) aus dem Grunde in Fachkreisen benannt, weil er von
Kroaten griechisch-orthodoxer Religion in geringer Zahl besiedelt war.

Wer von der Beamtenschaft erstmals eine Kommissionsreise in dieses Gebiet, „Gorievica“ (Gorievitza) genannt, unternehmen mußte, erhielt von den gewitzigten Kollegen stets ein Bündel von Ratschlägen und Warnungen in einer Form, die an dicke Übertreibungen gemahnte und zum Lachen reizte. So besagte eine Schilderung aus dem Munde eines alten Forstbeamten. Im „griechischen Waldmeer“ wohnen die faulsten Menschen Europas, das Walddorf Jesenaš hat zwar einen Popen, doch das Beten lehrt die „Griechen“ der — jüdische Krämer, der ihre Steuern bezahlt, für alles sorgt, was die Dörfler zum Leben brauchen; der die ständig drohende Hungersnot verhindert, der, kurz gesagt, der „Herrgott“ von Jesenaš ist und dies mit Zustimmung des — Popen.

Zu dieser „handgreiflichen“ Übertreibung lachte Forstkommissär Günter, daß ihm das Wasser aus den Augen tropfte, und nicht ein Wort davon glaubte er.

Vor Beginn der Dienstreise wurde der Oberwaldhüter Kuster in Samarica
(Samaritza), einem Dorfe am Fuße des gebirgigen Waldmeeres, vom
Eintreffen des Kommissärs benachrichtigt und beauftragt, alles Weitere
zur Verständigung von Förstern, Waldhütern und wegen Unterkunft in den
Walddörfern zu veranlassen.

Im Wagen verließ Forstkommissär Günter seinen Wohnort (Sitz der Vizegespanschaft), fuhr einen Tag lang, bis der Rosselenker erklärte, auf der schlechten Straße nicht weiterfahren zu können. Auf dem Rücken eines Bauernpferdes, ohne Sattel, wurde die Dienstreise fortgesetzt, bis der Besitzer des Gauls versicherte, er sei nun müde genug. Zu Fuß „reiste“ der Beamte weiter und erreichte abends das ziemlich große Dorf Samarica. Die aufgestellten „Ausspekulierer“ (jugendliche Späheposten) meldeten die Ankunft rechtzeitig, so daß der einsame, krachmüde Wanderer mit — Glockengeläute begrüßt wurde.