Bescheiden klang die Erwiderung. „Bei der Aufforstung des vorderen Teiles der Gorievica hab' ich als Lehrling mitgeholfen; jetzt bin ich siebzig Jahre alt, Euer Hochwohlgeboren untertänigst zu dienen! Bitt' ich gehorsamst: noch ein Stückchen! Vielleicht von der Grlina (Hals), wo ist schön fett und wird machen morgen leichtes Steigen! Ein Schluck Slibowitz dazu, schmeckt sehr gut!“

Günter konnte nicht mehr essen; er war satt zum Platzen.

Nun bat der Hauswirt, dem hohen Gaste das Bilikum reichen zu dürfen.

Während etliche Wachskerzen angezündet wurden, traten zwei Waldhüter in die Stube, verneigten sich vor dem Kommissär, meldeten sich aber nicht, stellten sich am unteren Ende des Tisches auf und standen militärisch stramm.

Kuster hielt eine feierliche Willkommrede und reichte dem Gast die
Platte.

Der Forstkommissär dankte, ergriff den schweren Pokal und begann zu schlucken.

In diesem Augenblick erklangen die kleinen Glocken der Kapelle neben dem Waldwärterhause. Dieses Signal wurde von den großen Glocken der Kirche in Samarica übernommen, so daß feierliches Geläute der Bevölkerung ankündigte, daß der zu Besuch erschienene Forstkommissär soeben beim Oberwaldwärter Kuster das Bilikum trinke.

Keinen Ton davon hörte Günter, der mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Unmenge Wein kämpfte, die hinuntergegossen werden mußte. Mit zwei winzigen Unterbrechungen zum Atemholen gelang es, den Pokal zu leeren. Auf die Nagelprobe des letzten Tropfens ließ es der Kommissär freilich nicht ankommen.

Dank und Händedruck. Mit einem Blick auf die beiden stramm stehenden
Waldwärter am Tischende meinte der Kommissär. „Wohl unsere Begleiter?“

„Gehorsamst zu dienen, Gospodin, nein! Heute sind die beiden die
Stolfunktionäre!“