Forstkommissär Günter hatte vom Bilikum her zuviel Wein im Leibe, der ungewohnte Alkohol wirkte, machte eigensinnig und hartnäckig; justament wollte der Oberbeamte die wahrheitsgetreue Übersetzung des Wortes haben, das den Hausherrn offensichtlich in Verlegenheit und Zorn gebracht hatte und das zweifellos dem Gaste verheimlicht werden sollte.

Dem zurückgekehrten Kuster wurde scharf zugesetzt. Doch den Kroaten war der Kommissär weder mit der Mundfertigkeit noch mit der Trinkfähigkeit gewachsen. Günter hatte schließlich den — Zungenschlag, die Übersetzung aber nicht. Und den „Kampf“ mußte er aufgeben, sein Zimmer aufsuchen….

Das „Katergericht“, der „Bošpor“, wartete vergebens auf den Gast. Günter hatte seinen Willen durchgesetzt, trotz aller „Verkaterung“ frühmorgens den Dienstmarsch angetreten. Kuster mußte mit, das Sträuben und Zureden nützte nichts.

Wie sich alle „Pressiererei“ auf Erden rächt, so blieb auch der überstürzte Abmarsch von Samarica nicht ohne Folgen, indem Kuster der Eile wegen mit — leerer Torba (Tragsack) die Führung übernahm, der Kommissär etliche Stunden später schwer unter Hunger und Durst litt und obendrein keinen Wunsch, keine Klage äußern durfte.

Die Waldhüter aus Samarica kamen nach, selbstverständlich mit leeren Händen; etliche Förster stießen zu; die Dienstgeschäfte der Waldeinschätzung begannen und währten bis zum späten Abend. Als pflichteifriger Beamter vergaß Günter während der Dienstausübung auf alle Bedürfnisse.

Aber als die Notizbücher, Rechenbehelfe und Instrumente verstaut waren,
Dämmerung den weiten Forst erfüllte, fragte der Kommissär doch nach
Unterkunft und Atzung.

Wenig erbaulich, doch gelassen klang die Auskunft Kusters, daß nach etwa zwei Marschstunden das mitten im Wald gelegene Dorf Jesenaš zu erreichen sei.

„Mit Gasthaus?“

„Nein!“

„Kann man nächtigen?“