An dem Ausspruch Kusters kaute der Forstkommissär, bis der Krämer mit weißer Schürze vor dem Kaftan zunächst für den Forstoberbeamten das Essen brachte: eine riesige Portion „Naturschnitzel“ von Rind, mit fettriefenden Schmorkartoffeln hochgegupft auf einem zweiten Teller. Dieser Anblick machte den ausgehungerten Kommissär sprachlos. Das Staunen wuchs, als die übrigen Gäste gleichgroße Portionen erhielten.

Die Frage, wie hoch im Preise solche Mengen üppiger Nahrung in weltentlegener Waldeinsamkeit bei wahrscheinlich enormen Bringungskosten stehen werden, sprach Günter nicht aus, machte sich aber auf eine „gepfefferte“ Rechnung um so mehr gefaßt, als der Wirt doch vielverschrien war.

Auch mit dem Zimmer konnte Günter zufrieden sein.

Der Dienst schuf die Tagesordnung: Morgens Frühstück im Krämerhause, spätabends die Atzung.

Acht Tage hindurch. Und jeden Abend in erstaunlichen riesenhaften
Portionen Rindschnitzel mit gerösteten Erdäpfeln. Abwechslung unmöglich.

Wegen dieser „Eintönigkeit“ in der Verpflegung fragte Günter den Adlatus im Walddienst nach der Ursache.

„Was wir essen, stammt von — Notschlachtung!“ erwiderte untertänig, doch listig blinzelnd der alte Oberwaldhüter Kuster.

Not — schlach — tung?!“ Sehr gedehnt und in drei Teilen kam dieses Wort aus Günters Munde.

„Zu dienen, Gospodin! Notschlachtung! Aber das Rind war ganz gesund!“

„Wie? Was? Notschlachtung erfolgt doch nur, wenn ein Stück Vieh Beinbruch erlitt oder Lebensgefahr vorhanden war! Um vom Fleisch noch etwas zu retten, wird — Notschlachtung vorgenommen! In — Europa!“