Unter der duftenden Linde versammelten sich die Dörfler von Krašić zum Schwur, alle Abgaben der Grundherrschaft zu verweigern, die „Blutsauger“ (Beamten) mit Gewalt zu vertreiben, wenn nötig totzuschlagen. Denn damit sei der Kaiser-König einverstanden, der die alten Rechte (stare pravice) erneuerte und der Bauernschinderei ein Ende gemacht habe.

Gegen den greisen Pfarrer fiel kein Wort; die Verehrung saß tief genug, die Dankbarkeit wurzelte so fest, daß einer der Hetzer aus Karlstadt, der zu einer Art „Katzenmusik“ vor dem Widum auffordern wollte, regelrecht verprügelt und aus dem Bereich der heiligen Linde entfernt wurde. Und nach Beendigung der Versammlung unter der Linde ging der Starešina zum greisen Pfarrer und bat um Verzeihung, daß die Bauern so rappelköpfisch während der Predigt die Kirche verlassen hatten.

„Wenn es nur das wäre! Es wird noch viel schlimmer kommen!“ meinte ahnungsvoll der bekümmerte Župnik.

„Wollen wir hoffen, daß der König das Gesetz sanktioniert, bevor die
Ernte eingebracht ist!“

Der greise Pfarrer verwies auf die Langsamkeit, mit der in Pest und Wien gearbeitet werde.

„So? Dann trägt der König Verantwortung und Schuld!“

„Und die Krašićer werden in — Blut schwimmen!“

Der alte Zaka richtete einen langen Blick auf den greisen Pfarrer, seufzte tief und ging.

Als die Linde verblüht hatte, ihr auffallend starker Duft erloschen war, brachten die Bauern die letzten Garben unter Dach und Fach. Der übliche Erntejubel unterblieb. Die Spannung war zu groß, die Erwartung, was nun erfolgen werde.

Der Starešina ging nach Karlstadt und fragte bei der Vizegespanschaft an, ob das Urbanialgesetz sanktioniert worden sei. Er kam mit dem betrübenden Bescheid zurück, daß bis auf weiteres alles beim alten bleibe, also das Neuntel der Ernte gezinst werden müsse, widrigenfalls die bockbeinigen Bauern mit Gewalt dazu gezwungen würden. Alle Bauern, nicht nur die von Krašić!