Lachend übersetzte der Profos die „Befehle“ des Starešina dem Hauptmann, dem man das Erstaunen über das Verhalten des Dorfvorstehers und des sichtlich angriffslustigen Bauernhaufens anmerken konnte. Eine kurze Zwiesprache folgte in scharfem Ton seitens des Kommandanten, der an dem „Spaß“ bereits genug hatte.

Der Profos meldete nun dienstlich und ernsthaft auf kroatisch: der ganzen Kompagnie samt Offizieren sei sofort im Dorfe gutes Quartier zu beschaffen und reichliche Verpflegung mit Wein zu geben. Wer sich weigere, erhalte erstmals fünfundzwanzig Stockstreiche. Die Bauern haben alle Gewehre „unter der Linde“ niederzulegen, dann schleunigst heimzugehen und für Quartier zu sorgen; ansonsten fünfzig Stockprügel für jeden Agrikel. Wer sich weigert oder gar lärmt, wird an der Linde aufgehängt! „Vorwärts, marsch!“

Der Starešina verlor den Verstand, brüllte tobsüchtig, warf seine Tabakspfeife zu Boden und zerstampfte sie. Brüllte aus Leibeskräften: „Sind wir Hajduken? Uns ehrlichen Bauern eine solch schändliche Behandlung! Gehet fort, Soldaten, von hier, wo ihr nichts zu suchen habet! Mit unseren Schindern werden wir schon alleine fertig! Fort mit euch!“

Mehr als die herausgeschrienen Zornesworte des Dorfältesten wirkte auf die Bauern die Tatsache, daß der Starešina sein kostbarstes Gut auf Erden, die silberbeschlagene Tabakspfeife, mit den Füßen trat. Dies war bei ihm das Zeichen für die höchste Entrüstung, für die größte Wut, das Signal, daß nun „ausgeredet“ sei und mit aller Schärfe „gehandelt und eingegriffen“ werden müsse.

Ein erneutes Gespräch zwischen dem Kapetan und dem Profosen blieb unbeachtet im Trubel an der Linde; doch horchten die Bauern auf, als der Profos die Drohung rief, daß der Starešina als erster fünfzig Stockprügel sofort „aufgemessen“ erhalte, wenn die Leute nicht augenblicklich die Waffen niederlegen und still auseinandergehen würden.

Zur Verstärkung der Drohung zog der Hauptmann hoch zu Roß den Säbel.

Nun gab es kein Halten mehr. Die Wut der Bauern war entfesselt. Etliche der Jungbauern sprangen los, der Kapetan wurde vom Pferd gerissen trotz heftiger Abwehr mit Säbelhieben, zu Boden geworfen und mißhandelt.

Kommandorufe der anderen Offiziere erschollen, Schüsse blitzten auf.
Vier Bauern fielen tot nieder; andere wurden schwer angeschossen.

Brüllend und rasend vor Wut warfen sich alte und junge Bauern auf die
Soldaten, schlugen mit Beilen, Hacken und Sensen, Schaufeln und Knütteln
los. Die Flintenträger drehten die Gewehre um und droschen mit den
Kolben auf Infanteristenköpfe.

Die Soldaten feuerten abermals. Etwa zehn Bauern stürzten leblos zu
Boden. Zu einer weiteren Salve kam das erste Glied nicht mehr: die
rasenden Bauern schlugen die Reihe nieder; das zweite Glied mußte mit
Kolbenhieben abwehren.