Was nun geschah, machte die Juratuši und Beisitzer trotz der heißen
Temperatur frösteln: der hochmütige Oberstuhlrichter bat mit gefalteten
Händen den Dorfpfarrer um die Unterzeichnung des Protokolltextes….
Wieder flatterte das Silberhaar.
Der Oberrichter schlug einen anderen Ton an, sprach jedoch nicht deutlich aus, was beabsichtigt sei und geschehen werde. Dem Sinn nach war es die Drohung, daß der Bauern alte und neue Rechte „begraben“ würden, und daß der Župnik von Krašić dafür die Verantwortung zu tragen haben werde.
Der alte Pfarrer richtete einen langen forschenden Blick auf den Oberrichter und ging müde, wie gebrochen, von der Linde weg. Niemand wußte, ob der Priester den Sinn der Drohung verstanden hatte oder nicht verstehen wollte.
Zur Nächtigung begaben sich die Gerichtsherren in das benachbarte Dorf
Jaska, wo der Stuhlrichter Žaba für Quartier und Verlegung sorgte.
Krašić blieb unter Bewachung seitens des Militärs mit scharfem
Nachtdienst.
Am Vormittag kehrten die Gerichtsherren in das unglückliche Dorf zurück. Tisch und Bänke wurden hart an der Kirche aufgestellt; jedoch wurde nichts mehr geschrieben. Der Oberrichter sprach mit den herbeigeeilten Offizieren, von denen dann ein Leutnant mit einem Juratuš ins Dorf hineinschritt.
Ein Stündchen später kam dieser Offizier mit dem Juratuš und fünfzig Soldaten, die Äxte und Beile trugen, zurück, und alle nahmen Aufstellung unter der tausendjährigen heiligen Linde.
Der Platz ringsum blieb menschenleer. Die Dörfler wurden vom Militär gewaltsam in den Häusern und Hütten festgehalten.
Ein Wink des Oberrichters. Ein militärischer Kommandoruf ertönte. Gleich darauf geschah etwas Unerhörtes nach südslavischen Begriffen: die uralte Linde wurde mit Axtschlägen mißhandelt.