„Wie weit sind Sie denn mit Fräulein Ratschiller gekommen?“

„Aber ich bitte Sie! Erstlich fehlte mir jede ernstliche Absicht, und dann macht ja doch die Katastrophe im Hause Ratschillers jedes Projekt überhaupt zu nichte!“

„Ja, es ischt ein fürchterliches Ereignis. Gott sei's gedankt, daß man wenigstens den Mörder so rasch hinter Schloß und Riegel sehen konnte! Sind Sie näher über die aufregende Sache informiert?“

„Ich komme soeben vom Bezirksrichter, doch wurden mir Mitteilungen nicht gemacht.“

„Schade! Ich hätte gern Näheres erfahren! Gott, wie muß es im Hause Ratschiller jetzt aussehen! Welch ein Durcheinander! Ob der alte Herr wohl ein Testament hinterlassen hat? Ich glaube, gar zu viel werden die Erben nicht erhalten! Du lieber Himmel! Ich will ja gewiß nichts Übles nachreden, aber der Aufwand war doch immer arg! Bei jeder Gelegenheit Champagner in Strömen!“

„Sie haben aber doch immer tapfer mitgehalten, gnädige Frau!“

Rosa biß sich auf die Lippe und ein böser Blick traf den Begleiter, der rasch einzulenken versuchte und beteuerte, daß er es nicht so schlimm gemeint habe.

Das Thema wollte Frau von Bauerntanz indes keineswegs verlassen, und der Fabrikleiter ist nach ihrer Meinung noch immer die der Firma am nächsten stehende und sicher bestinformierte Persönlichkeit, weshalb Frau Rosa immer eifriger ihre Fragen an Hundertpfund richtete.

Das Paar war im Gespräch auf dem Wiesenpfad bis an den Fuß des waldigen Sattels gekommen und jetzt erst gewahrte Frau Rosa dies zu ihrem Schrecken: „Gott, wir sind ja in der Nähe der Mordstätte! Ich gehe keinen Tritt weiter! Bitte, begleiten Sie mich zurück! Ich fürchte mich! Vielleicht lauert ein Mörder auf mich!“

„Aber gnädige Frau! Kommen Sie nur mit! In meiner Begleitung wird Ihnen gewiß nichts passieren!“