„Nur grad' heraus mit der Sprache! Wie nennt Ihr, wenn Ihr zu Hause oder im Wirtshause beim Rötel den hiesigen Gerichtskanzlisten?“
„Sell kann ich decht nicht gut sagen in der Kanzlei!“
Dem Kanzlisten wurde etwas schwül.
„Ischt der Name denn so gefährlich?“ fragte schmunzelnd der Präsident.
„Ich glaub' decht nicht, daß der Herr Kanzlist a Freud' hätt' wenn er ihn höret!“
„So? Jetzt möchte aber schon ich auch den Namen wissen! Red' nur frei 'raus, es geschieht dir gar nichts!“
Der Latschwieser zog sich langsam und rücklings gehend zur Kanzleithüre hin und griff nach der Klinke.
„Halt! Dageblieben! Heraus mit dem Übernamen!“ rief der amüsierte Oberbeamte.
„Wenn's decht sein muß. Tintenschlucker hoaßt er, der Herr Kanzlist!“ schrie der Bauer und sprang zur Thüre hinaus.
Der Präsident schmunzelte über das geahnte Resultat dieser kleinen Namensforschung und tröstete den in höchster Verlegenheit stehenden, bis über die Ohren rot gewordenen Kanzlisten. „Na, nehmen Sie es nicht zu tragisch! Wer weiß, welche Übernamen uns selbst zugelegt sind!“