Sanft wehrt der Alte die stürmischen Liebkosungen ab und mahnt Thrinele, nun die Kerze auszublasen, das Stümpfchen aber solle als Heiligtum fürder aufbewahrt werden als sichtbares Zeichen des Gottesgerichtes am toten Bühl.
Gehorsam befolgt 's Maidli diesen Auftrag. Dann aber fragt Thrinele
bewegten Herzens, wie denn das Wunder gekommen sei. Lange dauert es, bis
Ätti seiner inneren Erregung Herr wird. Er hockt auf der „Chauscht“ den
Blick auf das Kerzenstümpchen gerichtet, mit gefalteten Händen.
Allmählich findet er die Sprache wieder und flüstert vor sich hin:
„Badisch! Der Großherzog ist Herr! Gott ist für ihn, der Herzog ist mein
Landesherr, ich halt' zu ihm!“
„Ätti!“
„Was isch?“
„Ätti! Darf ich an badisch were?“
„Gewiß wirsch du an badisch!“
Wieder tönt ein heller Jubelruf durch das Gemach, der Petern veranlaßt, der Vermutung Ausdruck zu geben, daß es Thrinele am Ende weniger um den Großherzog als um einen anderen Badener zu thun sei.
Eine jähe Röte fliegt über des Mädchens Wangen; Thrinele huscht zu Ätti auf die Ofenbank und weint sich an Vaters Brust aus vor Glückseligkeit. Weich gestimmt, fragt Ätti, zu wem Thrinele denn damals geflüchtet sei, und erglühend stottert 's Maidli heraus, daß sie Jobbelis Unthat durch freiwillige Krankenpflege einigermaßen gut machen wollte.
Also war 's Maidli bei Bibers in Herrischried?
Thrinele nickt und birgt das glühende Köpfchen an Vaters Brust.