Gelassen schließt Peter wieder die Thür und setzt sein Pfifli in Brand.
Vroni rafft sich auf, klopft das Geflock von den Kleidern, droht zornglühend mit erhobener Faust dem ganzen Hause und trollt ab. Der Wirt soll's büßen!
Unterwegs stößt Vroni auf Bibers, die Thrinele begleiten und deren Vater besuchen wollen. Mit einer Flut von Scheltworten überschüttet das Weib diese Halunkensippe, die sich jetzt breit mache im Hauenstein und das Land verrate. Der alte Biber aber lacht der Vroni vergnügt ins Gesicht und wünscht ihr „en guete Obe“. Das Pärchen aber stapft vergnüglich voran im Schnee, Michel überglücklich und stillfröhlich 's Maidli.
Und übermütig ist der Michel in seiner Glückseligkeit über die Bekehrung von Thrinele's Ätti, so übermütig, daß er manchmal hüpft und in den tiefsten Schnee springt zugleich kläglich jammernd: „Thrinele, wo simmer? Mer seige verirret! Wo me loft und lueget, überall Schnee! Hilf, Thrinele!“ Und wenn 's Maidli gutmütig dem im tiefen Schnee hockenden Buebli die Hand hilfreich bietet, zieht der Schalk 's Thrineli herunter mit starkem Ruck, fängt 's Maidli in seinen Armen auf und küßt es ab, daß die Kreuzvögel und die geschäftigen Meisen verwundert gucken und der Gimpel noch sehnsüchtiger als sonst nach seiner aschgrauen Gefährtin flötet im eintönigen Lied.
Und kommen die Alten dann näher und sieht Ätti das Geschmatz und Getuschel der Jungen, so droht er wohl mit dem Finger: „Laßt doch, ihr Thunichtgut und Liebesgesindel! Es isch mer, mer seige numme wit vom dürre Ast! Seiget manierlich, was müsset sust Thrineles Ätti von euch halte“!
Und Michel ruft zurück: „Ätti wasch seist: bisch au emal jung gsi nu hasch es nit anersch gemacht, hihi!“ Dabei hilft Michel dem glühenden Thrinele wieder heraus aus dem Schnee und stellt 's Maidli manierlich auf den Weg, den Vroni's Fußstapfen markieren.
Vorm Hause angelangt, ruft Bibers Ätti absichtlich polternd, wobei es zuckt in seinen Mundwickeln: „He, Streitpeterle, ufgemacht s' Hüsli, Herrluit wöllent in, badische Luit!“ Verwundert kommt der Wirt herausgelaufen und schlägt die Hände überm Kopf zusammen vor Verwunderung.
„Gell, da guckt Er!“ spottet Bibers Ätti, und Michel reicht Petern die
Hand.
„Gottwilche!“ ruft Peter und schüttelt den Bibers der Reihe nach die Hand, indes Thrinele ins Haus huscht, um zum Willkomm alles schnell zu bereiten.
Der Astwirt geleitet sodann die seltenen Gäste in die warme Stube und setzt ihnen vom Besten aus seinem Keller vor, denn solcher Besuch muß geehrt werden am Weihnachtstage. Bibers Ätti fällt auch gleich mit der Thür ins Haus durch den Einwurf in Peter's Rede: „Vergiß by Gott nit ze erwähne, was inegschriebe hesch in d' Akte den Beschluß, un lasse mer lebe beim Win en Großherzog von Bade, hoch, hoch, hoch!“