„Das Letztere ist richtig; doch ist damit noch nicht gesagt, daß er ein
Feind unseres Klosters ist. Wär' er das, so hätte das Elias Zeiter wie
Ew. Gnaden Vorgänger in der Abtwürde sicher zu fühlen bekommen!“

„Er vergißt, mein Bruder, daß Zeiter evangelischer Abt gewesen!“

„Gewiß weiß ich das, wie mir auch bewußt, daß Zeiter von warmem Patriotismus und treuer Anhänglichkeit für das herzogliche Haus erfüllt war.“

„Der Herzog sinnt auf Gebietsvermehrung und Machterweiterung, und dieser Sinn ist uns gefährlich! Eberhard wird nicht früher ruhen, bis er auch Herr von Alpirsbach ist. Ihn lockt die Herrschaft über unsere 297 Ortschaften und 800 Hörige, wie der gesamte klösterliche Besitz. Als Abt und Herr muß ich ihn ebenso bekämpfen, mich wehren wie als treuer Sohn meiner Kirche. Das ist meine Pflicht, heilig beschworen! Ich kann und darf nicht anders handeln. Auch ist der Kaiser für unsere Sache, die Waffengewalt sprach für uns!“

„Wohl ist das richtig! Doch wie entsetzlich sieht es aus im württembergischen Lande! Dörfer und Städte sind ausgeplündert und eingeäschert, Kalw in Flammen, niedergebrannt Waiblingen und Herrenberg. Hungersnot und Seuchen im Volk, dazu plündernde Kriegshorden fremder Nationen! Es ist ein Greuel!“

„Es gilt den Glauben! Und dieser wird siegen und siegreich bleiben!“

„Ich kann nur nicht helfen: Ich würde es freudig begrüßen, wenn bald
Ruhe und Friede würde im heimgesuchten Württemberg!“

„Er will doch damit nicht sagen, daß dieser Frieden auf Kosten unserer
Kirche erkauft werden soll?!“

„Nein! Aber kommen wird doch die Zeit, daß auch unser stilles Alpirsbach wieder herzoglich wird, wie zur Zeit der Reformation.“

„Das zu verhüten ist meine wichtigste Aufgabe, für die ich mein Leben
hinzugeben bereit bin. — Doch zurück zur Ehlenbogener Angelegenheit! Die
Leute treten also bereits offen auf Seite des Herzogs, trotzdem sie zur
Alpirsbacher Herrschaft gehören?“