„Nein, nein! Nichts von Waffen! Das Kloster soll die Schutztruppe gut empfangen und reichlich bewirten und die Unterthanen den Soldaten Quartier geben!“
„Herr! Kommen die Franzosen denn als Freund?“
„Gewiß! Ich selbst habe sie gerufen!“
Ein Ruf namenloser Überraschung entfährt dem weitgeöffneten Mund des
Hörigen.
„Es ist so! Die Franzosen sollen uns schützen!“
„Ihr, ihr habt die Fremden gerufen gegen Württemberg — —! Ihr, ein deutscher Abt?“
Zornig stampft Alphons mit dem Fuße auf den Boden und spricht drohend:
„Was unterfängst du dich, du, ein Höriger! Geh' und vermelde den
Unterthanen meinen Willen: Die Soldaten sind freundlich aufzunehmen und
einzuquartieren! Fort mit dir!“
Euseb verläßt das Gemach des Abtes mit wirrem Kopf; ist er auch nur ein armer Leibeigener des Stiftes, unfrei und zu harter Arbeit geboren: das Verhalten des mächtigen Prälaten versteht er nicht, sein deutscher Sinn vermag nicht zu fassen, wie man fremdes Kriegsvolk zum Schutze herbeirufen kann. Ob sothanes Thun sich nicht bitter rächen wird?! Dem Hörigen schwant schweres Unheil und tiefe Betrübnis spricht aus seinem Gesicht. Wie Euseb den Gang herabkommt, stößt er auf den greisen Großkeller, der ihn sofort fragt, ob es wahr sei, daß französische Soldaten im Anzuge gen Alpirsbach seien. Der Pelagier bejaht seufzend und fügt hinzu, daß er eben Seiner Gnaden davon Meldung erstattet habe.
Erwartungsvoll fragt Pater Jakob weiter: „Nun, und was befiehlt der
Abt?“
„Die von ihm herbeigerufenen Musketiere sollen —“