Der Hausmarschall trat in die schwacherleuchtete Stube und rief: „Oh, wie wohlig warm! Das ist wirklich sehr behaglich! Ich bitte Sie, meinetwegen keine Umstände zu machen! Proviant habe ich mit im Rucksack, den mein wackerer Begleiter, der brave Xandl, trägt! Wir wollen in der Bergeinsamkeit brüderlich teilen! He, Xandl, antreten und auspacken!“
Mit seinem schönsten Lächeln auf den bebuschten Lippen griff Gnugesser, der fuchsige Gnom, ein, indem er dem großen Jagdgehilfen Xandl den Rucksack abnahm und zuflüsterte: „Gschwind den Herrn bedienen! Stiefel ausziehen!“
Hartlieb legte inzwischen Holz im Herde nach, so daß es alsbald knisterte.
Flink kniete Xandl, ein Koloß von einem sonnverbrannten Menschen, vor dem Hausmarschall nieder und bat: „Haben S’ die Gnad, Herr Graf, und lassen S’ Ihnen die schweren Schuach ausziehen! Einen Haxen nach dem andern, wenn’s g’fällig ist!“ Und flink löste er die Schuhriemen auf.
„Ei ei, wie geschult doch der Xandl im Kammerdienst ist!“ meinte schmunzelnd Graf Thurn.
Gnugesser fischte aus dem Inhalt des Rucksackes die Hausschuhe heraus und überreichte sie dem Hofchef.
Zu dritt nahmen die Herren am kleinen Tische Platz, indes Xandl sich bescheiden auf die Bank an der Wand setzte und an einem Stück Schwarzbrot kaute.
„So ist’s nicht gemeint, Xandl! Auch der brave Führer und Jägersmann gehört an den Tisch! Vorerst aber bringen Sie uns den Wein und den kalten Aufschnitt!“
Brüderlich wurde alles geteilt. Der Höflichkeit halber nahmen die Beamten die Happen Schinken zur Brotschnitte dankend an, ebenso den Schluck Ungarweines. Hartlieb schenkte die Gulaschportion dem Xandl, dem das Gesicht vor Freude leuchtete. „Werd ich gleich Kuchelmadel machen und aufkochen! Vergelt’s Gott, Herr Oberförster!“