„Nein, nur eine gutgemeinte Mahnung zur Vorsicht!“
Spitz und giftig rief Amanda: „Ach was, Papperlapapp! Der Mann im fürstlichen Dienst erfüllt seine Pflicht, die Frau steht nicht im fürstlichen Dienst, sie ist Privatperson, und was die Frau tut, das geht die Fürstin keinen Pfifferling an! Will sich die Fürstin um uns kümmern, so soll sie die Hungerlöhne aufbessern! Auf diesem Gebiete kann sie sich nützlich machen!“
„Meine Mission ist beendet! Guten Tag, Frau Forstwart!“
Amanda begleitete das Hoffräulein bis in den Flur, und zum Abschied höhnte sie gründlich verbittert: „Empfehl mich! Meinen Handkuß, wenn ich bitten darf! Und wegen einer Einladung zum Essen soll man sich nicht mehr strapazieren, wir gehen grundsätzlich nicht zu Hof!“ Und wütend kehrte Amanda in ihre Wohnung zurück und warf die Tür krachend ins Schloß.
Dieser Spektakel war für Hartlieb ein hochwillkommenes Signal, daß der Besuch beendet sein mußte. In Wehr und Waffen sprang der Oberförster die Treppe herab, und glücklich erwischte er Martina in nächster Nähe des Forsthauses. Weniger glücklich war er in der Wahl einer Anrede. Ansprechen wollte er Mustela, er mußte einige Worte an Martina richten, um die Wonne ihrer Nähe für einige Augenblicke zu genießen. Und so stammelte er denn: „Verzeihung! Keinen Befehl für mich?“
Martina machte kehrt, und lachend zeigte sie die blitzenden Marderzähnchen: „Hofdamen haben bekanntlich nichts zu befehlen! Das könnte der Herr Oberförster und Hofjagdleiter wissen!“
„Darf ich Sie begleiten?“
„Aber ja, es wird mir ein Vergnügen sein! Vorausgesetzt, daß der Dienst Sie auf den gleichen Weg führt!“
Der brave Waldmensch konnte nicht lügen, Ambros platzte mit der Wahrheit heraus: „Dienstlich sollte ich in entgegengesetzter Richtung wandern! Aber ich möchte Sie begleiten und ein ganz klein bisserl mit – Mustela plaudern!“