Zeuge dieser Ausstaubung des Parasiten war vom Fenster ihrer Stube aus Fräulein Gussitsch, ohne daß Emil davon eine Ahnung hatte.
Bald darauf wurde Martina zur Fürstin befohlen. Zu einer Aussprache. Das tiefbekümmerte Mutterherz verlangte nach Hilfe und Befreiung von quälenden Sorgen. Einen Weg sollte die Hofdame finden, der zum Herzen des Sohnes führt. Und Martina soll intervenieren, auf daß sich der Prinz beschäftige, um die Bewirtschaftung des Jagdgutes kümmere.
Ob dieser Bitten war Martina anfangs erschreckt. Aber in Erinnerung an die von ihr beobachtete Ausschaffung des Jägers Eichkitz konnte Martina mit gutem Gewissen der hohen Gebieterin sagen, daß Prinz Emil bereits sich der Interessen der fürstlichen Familie annehme, für Ordnung wenigstens teilweise gesorgt habe.
Über die Details dieses Vorganges informiert, gab die Fürstin den seither bevorzugten Lieblingsjäger und Berater in Jagddienstangelegenheiten sofort preis, billigte die Ausschaffung nicht nur, sondern lobte der Hofdame gegenüber den Sohn himmelhoch, als hätte Emil die Welt aus den Angeln gehoben. Und im selben Atemzuge schier bat die Fürstin, es solle Martina den Prinzen dahin zu bestimmen suchen, daß er seine Tätigkeit zur Schaffung von Ordnung und Disziplin ausdehne und den Bediensteten scharf auf die Finger sehe. Wehen Tones klagte sie: „Auf mich hört Emil ja leider Gottes nicht mehr, vielleicht zeigt er sich Ihren Worten zugänglich! Seien Sie aber vorsichtig, liebe Martina, auf daß nicht Erbitterung und Trotz geweckt wird! Diplomatisch klug und vorsichtig vorgehen, um Emil willfährig zu machen! Mein Sohn soll glauben, daß sein Wille respektiert wird, daß er ganz nach seinem Gutdünken lebt und handelt; dabei aber wird er doch gelenkt durch Sie nach meinem Willen! Leicht wird das freilich nicht durchzuführen sein! Aber wir wollen den Versuch wagen!“
Martina erklärte pflichtschuldigst ihre Bereitwilligkeit, machte aber auf die Gefahren der gewünschten Intervention aufmerksam.
„Gefahren? Ich wüßte nicht, welche Gefahr aus Ihrer Intervention erstehen könnte!“
„Ich werde mich zunächst der Gefahr aussetzen, in den Augen des Prinzen zudringlich zu erscheinen und zurückgewiesen zu werden!“
„Undenkbar, wenn Sie klug und diplomatisch, mit Frauentakt intervenieren!“
„Sodann befürchte ich üble Nachrede, wenn man mich häufig in Gesellschaft des jungen Herrn sieht...!“