„Glaub es gerne, daß der gnädigste Prinz mich nicht verstehen!“
„Nein, wirklich nicht! Habe keine Ahnung!“
„So muß ich denn beichten, mitten im Grünen!“
„Ich bin furchtbar neugierig! Schießen Sie los! Aber wollen wir uns nicht setzen auf schwellende Moospolster?“
„Danke, nein! Es beichtet sich leichter im Stehen! Dabei wird auch vermieden, daß etwaige Beobachter auf den Gedanken kommen, es handle sich um ein – Rendezvous zum Maikäfern!“
„Ach, das wär aber wirklich nett, maikäfern mit einem etikettwidrig hübschen Hoffräulein, derweilen die gestrenge Fürstin von – Zahnschmerzen gepeinigt wird!“
„Es maikäfert sich gar nichts, gnädiger Prinz!“ Und nun beichtete Martina planmäßig, daß sie Zeugin der Ausschaffung des profithungrigen Jägers Eichkitz gewesen sei. Diese rettende und befreiende Tat des Prinzen habe sie als Wohltat empfunden. Und den ordnungschaffenden jungen Herrn lobte sie über den Klee und sprach die Hoffnung aus, daß Prinz Emil noch mehr von den Parasiten „fürifangen“ und dreinfahren werde „wie ein geölter Blitz“.
Höchlich geschmeichelt und interessiert rief Emil: „Aber das ist ja furchtbar nett! Hab’ ich mir da die Anerkennung des hübschen Hoffräuleins errungen und hatte davon keine Ahnung! Wenn Sie es wünschen, werde ich mit Vergnügen noch mehr der Kerls ‚fürifangen‘! Nur müssen Sie mir die Gauner näher bezeichnen! Überhaupt sagen, wo es Schlampereien gibt! Ordnung will ich gern und schleunigst schaffen!“
Mit einem strahlenden Lächeln des Triumphes blickte Martina den so prächtig auf den gewünschten Pfad erwachenden Interesses gelockten Prinzen an. Und auf den Scherzton eingehend, sagte sie: „Bei mangelnder Kontrolle gibt es überall Schlampereien, besonders in Hofhaltungen ohne – männliche Oberaufsicht! Genaue Auskunft kann ich nicht geben, denn ich bin dienstlich stets in der Nähe der hohen Gebieterin! Direkt unter den Augen der Durchlaucht wagt auch der frechste der Frechdachse nicht zu stehlen! Hinterm Rücken schon! Wenn aber der gnädigste Herr den Oberförster und Jagdleiter ins Vertrauen ziehen, kann Ihnen Hartlieb Dinge erzählen, daß die prinzlichen Augen tropfen!“
„So? Nicht übel! Na, Feuerle anzünden ist von jeher meine Passion gewesen! Gleich morgen werde ich mit dem Oberförster reden, mich informieren lassen!“