„Das wäre furchtbar nett von Ihnen! Vorausgesetzt, daß Sie den wohltätigen Sport des ‚Fürifangens‘ und ‚Feuerle-Anzündens‘ für längere Zeit betreiben wollen, nicht nur vorübergehend auf einige Tage!“
„Aber gern! Sind denn die Verhältnisse durchweg so schlimm?“
„So unerträglich, daß der Oberförster die Stellung verlassen wollte! Ich habe schwere Mühe gehabt, ihn zu bewegen, daß er versprach, auszuharren, bis der gnädigste Prinz kommt und mit eiserner Hand eingreift! Gottlob, Durchlaucht sind da und haben bereits mit Mannesmut und Mannesfaust eingegriffen! Allen Respekt, untertänigst natürlich!“
„Sind Sie aber ein netter Käfer! Und so tapfer in Wahrung unserer Interessen! Weil wir aber so nett allein sind, möchte ich Sie bitten, mit mir einen Tauschhandel einzugehen, gewissermaßen ein Geschäft auf Gegenseitigkeit! Ich werde alles tun, was Sie wünschen, zur Schaffung von Ordnung und Purifizierung der Verhältnisse! Das Hoffräulein muß mir aber versprechen, schön fein die Mama zu bearbeiten, daß sie in einiger Zeit doch einwilligt und mir erlaubt, daß ich wieder nach Berlin kann. Wollen Sie mir diesen Gefallen tun?“
Aalglatt wich Martina einem bindenden Versprechen aus und verwies auf den Mangel an Einfluß. Was getan werden kann, soll aber gerne geschehen. Übrigens gäbe es ein sicheres Mittel, um das gewünschte Ziel zu erreichen: abschmeicheln!
„Nee, Fräuleinken, dazu bin ick bereits zu alt!“ meinte gedehnt der Prinz Emil.
„Huhu! Ein Greis von zwei Dutzend Lenzen! Einfach schauderhaft! Krücken gefällig zum Abstieg? Daheim Fleckerlschuhe anziehen, die gichtkranken Knie umwickeln mit Fellen von Rheumatismus-Katzen! Mummelgreis, der sich nicht zu helfen weiß! Tun Sie mir aber leid! Hab’ geglaubt, Prinz Emil sei ein junger fescher Mann! Derweil ist er ein ‚alter Mummelgreis‘!“
Belustigt lachte Emil auf. „Na, wir werden ja sehen, wie der Hase läuft! Und inzwischen wollen wir zwei fest zusammenhalten, ja?“
„Gerne, Durchlaucht!“
„Ach was! Für Sie bin ich einfach der ‚Herr Emil‘! Das heißt, wenn wir allein und unter uns sind! Die Hofschranzen und Popanzen brauchen nichts zu merken von unserer Verschwörung! Also, auf Handschlag!“