Zögernd sprach Martina: „Zur ‚Verschwörung‘ bin ich wohl bereit! Aber die Degradierung...?“

„Gut! Dann befehle ich Ihnen, mich mit ‚Herr Emil‘ zu titulieren.“

„Zu Befehl! Hier meine Hand, ‚Herr Emil‘! Und nun, damit die Schranzen und Popanzen nichts merken, geht der ‚Herr Emil‘ schön alleine voraus und hinunter zur Villa! Ich aber schlängle mich auf einem Umweg nach Hause! Empfehl mich gehorsamst!“

„Servus, Käferl!“ Gehorsam und vergnügt stapfte der sehr munter gewordene, aus der „Tramhapigkeit“ völlig erwachte Prinz hinunter.

Bis Martina auf Umwegen zum Schlößl kam, war eine heillose Verspätung eingetreten, die Dinerstunde überschritten. Fürstin Sophie sagte nichts, blickte nur das Hoffräulein fragend an. Und wie sie das „optische Signal“ in Martinas strahlenden Augen gewahrte, daß der erste Schritt zur Intervention getan, mit Erfolg getan sei, da huschte ein Lächeln der Befriedigung über die Lippen der Mama.

Prinz Emil aber setzte eine Miene auf, als könne er nicht bis fünfe zählen. Heuchelte absolute Gleichgültigkeit, schielte aber gelegentlich nach Martina, die er jetzt zum Anbeißen nett fand.

Wenn es möglich wäre, einen gesunden Forstmann des Morgens im Bette zu überraschen, Emil von Schwarzenstein hätte dies Kunststück fast fertiggebracht, denn er kam am nächsten Tage zu sehr früher Stunde in das Forsthaus. Zum größten Erstaunen Hartliebs, der seinen Ohren nicht trauen wollte, als Prinz Emil, der Träumer, von Reorganisation, verschärfter Kontrolle, ja von Beseitigung jeglicher Günstlingswirtschaft sprach und den Oberförster um Unterstützung bat. Die Kontrolle der Jagdgehilfen in den Revieren sollte nach wie vor Aufgabe des Jagdleiters sein und bleiben, die Regulierung des nötigen Abschusses vom Vorstand des Jagdamtes persönlich vorgenommen werden.

Auf den Einwand Hartliebs, daß die Fürstin gegenteilige Befehle erteilt habe, äußerte sich Prinz Emil dahin, daß er nun die Oberleitung führen werde und demgemäß seine Anordnungen zu befolgen seien, die selbstverständlich erst nach Zustimmung des Jagdleiters gegeben werden sollen.

Freudig überrascht fragte Hartlieb, ob denn Prinz Emil nicht selbst den Abschuß vornehmen, das Weidwerk ausüben wolle.

Emil verneinte diese Frage ohne Angabe der Gründe und bat, es möge ihn Hartlieb sofort in die Reviere führen behufs Kontrolle.