Viel mehr als der Zwölfender, der sich so rasch empfohlen hatte, interessierte Emil ein überraschender Kontrollbesuch des Jagdgehilfen Eichkitz. Deshalb fragte er, in welchem Distrikt Eichkitz zu finden sein werde. Zugleich erzählte er die Episode der „Ausstaubung“. Wobei Emil den Ton bis zum Flüstern dämpfte, da Hartlieb den Zeigefinger an den Mund gelegt hatte.
Leise gab der Oberförster die kurze Antwort dahin, daß er den gnädigen Herrn zu Eichkitz führen werde.
Eine mehrstündige scharfe Wanderung tief in Gräben hinunter, wieder hinauf, durch Wald, Steinwildnis, bis das grasige Plateau der Plechauer Alpe erreicht wurde.
Wie Emil den wuchtigen Steinkoloß des imposanten Großen Pyrgas erblickte, rief er in heller Bewunderung: „Gott! Wie prachtvoll! Welch herrlich schöne Natur!“
Trockenen und leisen Tones sprach Hartlieb: „Bitt schön! Nicht laut werden! Wenn Sie den Eichkitz überraschen wollen, müssen wir mit aller Vorsicht zur Almhütte pirschen! Wahrscheinlich hockt der Loder bei der Sennerin Burgl und raspelt Süßholz!“
„Ja, gut! Machen wir! Bitte führen Sie mich so, daß wir nicht gesehen werden und daß ich den Kerl ‚fürifangen‘ kann!“
Für diesen Überfall eines pflichtvergessenen Jagdgehilfen meinte es die Sonne gut, sie versteckte sich hinter dunklen Wolken, so daß der Almboden stark beschattet war. In diesem Schatten schlichen Hartlieb und Emil der Hütte zu, deren Türe halb offenstand.
Die scharf klingende Stimme der schmächtigen Sennerin Burgl war deutlich zu hören: „Aus ist’s und gar ist’s! Wie du meinst, mag ich nicht! Auf dein Rezept: ‚vorm Heiraten taufen‘ laß ich mich nicht ein! Probier dein Rezept bei den Hofmentschern! Ich will nichts wissen! Und jetzt pack dich durch! Ein Jaager gehört ins Refür, nicht in die Almhütt’n!“
„Sehr richtig!“ rief Prinz Emil und trat plötzlich in den Herdraum der Hütte.