„Aber das ist ja köstlich!“
„Mit Vergunst: was soll köstlich sein?“
„Die Situation, wenn Amanda – das ist wohl Ihre Gattin? – ‚eingekastelt‘ wird!“
„Köstlich oder nicht, jedenfalls krieg ich für einige Zeit Ruhe, so meine süße Amanda hinter schwedischen Gardinen sitzt als Revoluzzerin und Volksaufwieglerin!“
„Ist denn meine Mama über diese interessante Affäre informiert worden?“
„Wohl, wohl! Eine Zeitlang ist die Frau Fürstin für die Frauen gewesen, Duhrlauch hat es sogar dem Pfarrer von Hall verübelt, daß er die Revolution bekämpfte! Wie aber die Frau Fürstin vom Pfarrer genauer informiert worden ist, hat die Frau Fürstin nichts mehr wissen wollen! Natürlich schimpfen die Haller Weiber jetzt wie die Rohrspatzen über die Frau Fürstin!“
„Na, sehr nette Chose! Was soll denn daraus werden?“
„Ich hab keine Ahnung! Das begehrte Drittel kann ich nicht zahlen, soviel steht fest! Dazu ist die Gage wirklich zu klein; nichts für ungut, gnädiger Herr!“
Im Weiterschreiten ließ sich Prinz Emil über die Höhe der Beamtengehälter und über die Löhne der Waldarbeiter und Jagdgehilfen informieren. Selbst von Mama mit Geld sehr knapp gehalten, hatte Emil eine Ahnung davon, was es heißt, mit wenig Geld leben zu müssen. Kein besonderes Verständnis für soziale Verhältnisse, noch weniger Verständnis dafür, wieviel Geld der Haushalt eines schlecht bezahlten Beamten oder Forstarbeiters jährlich verschlingt. Aber eine hübsche Idee hatte Emil, einen niedlichen Revanchegedanken: für seine eigene Knapphaltung ist Revanche möglich und sehr nett, indem der knickrigen Mama etlicher Mammon dadurch abgeknöpft wird, daß man die Löhne des Forstwarts und der verheirateten Waldarbeiter aufbessert. Diebisch freute sich Emil über diese niedliche Revancheidee.