„Machen wir ein andermal! Mich interessiert jetzt die Revolutionsangelegenheit und ihre Lösung!“

Zehntes Kapitel

Des guten Herbstwetters halber hatte Fürstin Sophie eine Wagenfahrt nach dem idyllisch gelegenen Wallfahrtsorte Frauenberg bei Admont befohlen, und zwar nach dem Lunch. Als aber bei Aufhebung der Tafel Prinz Emil um Audienz in einer dienstlichen Angelegenheit bat mit dem Hinweise, daß die Besprechung wahrscheinlich längere Zeit beanspruchen werde, bestellte die erstaunte Mama den Wagen wieder ab.

Daß der Sohn der Mutter sich wieder nähert, eine Aussprache wünscht, sich um Herrschaftsangelegenheiten kümmert, erfüllte die Fürstin mit größter Freude. Und im voraus war sie gewillt, allen Vorschlägen des geliebten Sohnes zuzustimmen.

Als aber Emil mit dem von Gnugesser gelieferten Aktenmaterial im Zimmer der Mama erschien und von Schlägerung und Lohnaufbesserung sprach, ward die Miene der Fürstin etwas säuerlich. Und Mama verschanzte sich hinter dem Ausspruch des Jagdgehilfen Eichkitz, wonach die Jäger um jeden gefällten Baum heulen und „die Hirsche auch“.

Trocken und kurz erzählte Emil, weshalb der Eichkitz wegen grober Dienstesvernachlässigung entlassen worden sei.

Nun gab Mama jeden Widerstand auf, hütete sich auch, wegen der Entlassung des früheren Günstlings Eichkitz ein Wort zu äußern. „Tu was du willst, lieber Sohn! Wenn ich um eines bitten darf, tu nichts ohne Hartlieb gefragt zu haben, der ja Fachmann ist!“

„Gewiß! Selbstverständlich! Du wirst ja zweifellos während meiner Abwesenheit auch stets den Oberförster gefragt haben!“

Fürstin Sophie biß sich auf die Unterlippe und schwieg.