„Aber warum denn?“
„Das bleibt einstweilen mein Geheimnis! Untertänigsten Dank, liebe Mama!“ Emil küßte der Mutter die Hand und empfahl sich.
Unten, und zwar in Nähe der Fenster von Martinas Zimmer, befahl Emil dem verdutzten Kammerdiener Norbert die Bestellung des viersitzigen Wagens absichtlich so lauten Tones, daß Fräulein von Gussitsch jedes Wort hören mußte. Richtig erschien auch Martina an einem der offenen Fenster.
Hinauf grüßend und mit den Augen zwinkernd rief Emil: „Bitte, sich rasch fertigzumachen! Dienstfahrt nach Frauenberg zu Backhendl und Steiererwein! Ich fahre ooch mit!“
„Nicht möglich! Che grandissimo onore!“ kicherte Martina und verschwand vom Fenster.
In Gedanken nannte Emil das Hoffräulein einen „sehr netten Käfer“. Und auch die Wahrheit gestand er sich ein, daß er nur deshalb mitfährt, um die zum Anbeißen hübsche Martina etliche Stunden als Gegenüber betrachten zu können.
Als der Wagen vorfuhr, erteilte Emil dem Kammerdiener den Befehl: „Sie fahren als Reisefourier mit, verstanden?“
„Zu Befehl! Ich werde mich sofort mit dem Nötigen versehen!“ Und hurtig verschwand Norbert, um ebenso rasch wieder zu erscheinen.
Noch vor der Abfahrt wurde eine Depesche gebracht, welche für den Abend die Rückkehr des Grafen Thurn ankündigte und einen Wagen zum Bahnhofe Admont erbat.
Fürstin Sophie meinte, daß man auf dem Rückwege von Frauenberg den Grafen in Admont abholen könne.